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"Viel zu dicht an der Wohnbebauung"

Diese Leistungsklasse ist Vergangenheit: In Hedendorf sollen zwei neue Mega-Windräder mit einer Höhe von jeweils 200 Metern gebaut werden (Foto: jd)
bc. Hedendorf. Die Bürgerinitiative (BI) in Hedendorf kämpft gegen den geplanten Bau zweier Mega-Windspargel in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung. Für die Mitglieder der BI ist der im neuen Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) des Landkreises Stade festgelegte Mindestabstand von 800 Metern viel zu gering.

Zum Hintergrund: Im Windpark Apensen, so heißt er offiziell, stehen seit mehr als zehn Jahren 21 Windräder, sechs davon drehen sich auf Hedendorfer Gebiet. Die jetzt vorgesehene Erweiterung um zwei Windkraftanlagen stößt bei der BI auf erheblichen Protest.

Die "Windkraft Nord GmbH" (WKN) plant den Bau zweier Mühlen mit einer Leistung von drei Megawatt. Die Gesamthöhe der Rotoren beträgt jeweils knapp 200 Meter. "Bei diesen Ausmaßen ist ein Abstand von 800 Metern völlig unzureichend", kritisiert BI-Sprecher und SPD-Ortsratmitglied Bernd Prang. Die Formel der BI laute: Höhe der Anlage mal zehn.

In dem Hedendorfer Fall würde das einen Abstand zur nächstgelegenen Siedlungen von zwei Kilometern bedeuten. In Bayern seien diese Mindestabstände laut Prang bereits umgesetzt worden. Im Landkreis Stade dürften danach allerdings so gut wie nirgendwo solche leistungsstarken Windräder stehen.

Die BI mahnt zudem den Konflikt der Windspargel mit den Lebensräumen von Fledermäusen und den Flugkorridoren von Zugvögeln an. "Wir erwarten, dass der Landkreis eine Umweltverträglichkeitsprüfung öffentlich auslegt", sagt Prang im WOCHENBLATT-Gespräch. Auch das Thema Schallemissionen beschäftigt die BI-Mitglieder, vor allem der Infraschall im nicht hörbaren Bereich. "Gesundheitliche Bedenken konnten bisher nicht ausgeschlossen werden", sagt Prang.

Geplante Inbetriebnahme der Windräder ist nach Angaben der Bürgerinitiative Ende 2015.

• Auch in den Buxtehuder Ortsteilen Daensen und Immenbeck ist der Bau neuer Windräder geplant, jeweils drei Stück mit einer Leistung von drei Megawatt. Während sich in Immenbeck die Pläne konkretisieren, wurde das Projekt in Daensen durch die dortigen Uhu-Bestände ausgebremst.