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Vorsicht bei Bernstein-Funden

Phosphor wird oft mit Bernstein verwechselt. Ein Fund ist aber sehr selten (Foto: jd)
(bc). Zu einer gefährlichen Verwechselung kam es am vergangenen Wochenende am Elbufer in Wedel. Eine Spaziergängerin hob am Strand einen Bernstein auf. Zumindest dachte sie das. Der vermeintliche Bernstein entpuppte sich als Kriegs-Munition und setzte ihre Jacke in Brand. Nur durch viel Glück blieb sie unverletzt.
Was in Wedel passieren kann, ist auch an den Stränden im Landkreis Stade möglich. Auch wenn Phosphor-Funde in der Region jüngst nicht bekannt sind oder schon lange zurückliegen. „Deswegen muss auch niemand in Panik verfallen. Aber über die Gefahr sollte man schon Bescheid wissen“, sagt Jens Sternheim, Vorsitzender des Expertenkreises „Munition im Meer“ am Landwirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein.
Zur Erklärung: Phosphor ist eine gefährliche Chemikalie, die sich bei Körpertemperatur selbst entzündet und mit mehr als 1.300 Grad verbrennt. Sie lässt sich nicht mit Wasser löschen.
Deswegen raten Experten, Strandfunde nie gleich in die Hosentasche zu stecken, sondern lieber erst einmal in einem Eimer zu sammeln. In Schleswig-Holstein und auch Mecklenburg-Vorpommern stehen an vielen Stränden Warnschilder. Das Beispiel Phosphor zeigt: Die Vermächtnisse vergangener Kriege sind auch heute noch Bestandteil der Gegenwart. In Nord- und Ostsee sollen - nur nach deutschen Zahlen - geschätzte 1,6 Millionen Tonnen Munition lagern: darunter konventionelle Kampfmittel wie Granaten, Bomben und Torpedos wie auch chemische Waffen. Zunehmend rosten jedoch die Reste im Meer, setzen Stoffe wie z.B. Phosphor frei. Sternheim: „Dass jetzt die Funde drastisch ansteigen werden, ist jedoch reine Spekulation.“
• Wichtige Hinweise finden Interessierte im Internet unter www.munition-im-Meer.de