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Warum will keine Schule ins Museum Altes Land?

Leiter Dieter-Theodor Bohlmann nennt das Museum Altes Land einen Ort der "unmittelbaren Realbegegnungen", in dem man Geschichte anfassen und begreifen könne
bc. Jork. „Die Entwicklung des Alten Landes und das Leben seiner Bewohner sind geprägt durch die ständige Auseinandersetzung mit dem Wasser. Dabei entstanden Techniken der Alltagsbewältigung, die das Museum didaktisch und methodisch sorgfältig aufbereitet vorstellt.“ So bewirbt die Gemeinde Jork ihr Museum Altes Land.
Im vergangenen Jahr besuchten fast 20.000 Menschen das Haus in Westerjork mit seinen mehr als 5.000 Exponaten, die gar nicht alle ausgestellt werden können. In dieser Saison erwartet der ehrenamtliche Museumsleiter Dieter-Theodor Bohlmann den 600.000. Besucher nach der Eröffnung im Jahr 1990. Eigentlich ein Grund zur Freude. Ein bisschen traurig wird Bohlmann allerdings, wenn er das Interesse der Schulen sieht. Das ist nämlich gleich null. Keine einzige Klasse verirrte sich im vergangenen Jahr ins Museum. Und in den Jahren davor auch nicht. „Ich würde mich riesig freuen, wenn es zu einer Zusammenarbeit kommen könnte“, sagt der frühere Berufsschul-Lehrer aus Stade.
Er ist der Ansicht, dass gerade Schüler viel im Museum entdecken könnten: „Man kann die Exponate bei uns auch anfassen, begreifen. Die meisten Ausstellungsstücke befinden sich nicht hinter Glas“, so Bohlmann. Er glaubt, dass das mangelnde Interesse eher einen bildungspolitischen Grund hat. „Wir erziehen unsere Kinder zu Technokraten und Juristen. Das Handwerkliche spielt fast keine Rolle mehr“, meint Bohlmann.
Das WOCHENBLATT hat bei den örtlichen Jorker Schulen nachgefragt: der Grundschule am Westerminnerweg und dem Schulzentrum Altes Land. Beide Schulleitungen bestätigen, dass das Wegbleiben der Schulen nicht am grundsätzlichen Desinteresse läge. Bisher habe sich einfach keine Gelegenheit ergeben. Vera Bochdalofsky, Leiterin im Schulzentrum, räumt aber auch ein, dass sich ein Besuch schwer mit dem Lehrplan für ihre Schüler vereinbaren lasse.
Grundschulleiter Heinrich Lücken und Bochdalofsky wollen trotzdem prüfen, ob nicht doch ein Besuch im Rahmen des Sachkunde- bzw. Geschichtsunterrichts sinnvoll sei. Das gleiche könnte natürlich für jede Schule in der Region gelten.
• Mehr zur Bilanz des Museums und ein Ausblick auf kommende Veranstaltungen in einer der kommenden Ausgaben