Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Wegen Brandserie: Altstadt-Bewohner in Stade besorgt

Brandgefährlich: In der schmalen Lämmertwiete schlagen die Flammen bereits an der Hauswand hoch (Foto: Feuerwehr Stade)
Brennende Mülltonnen hätten schnell ein Feuerinferno in der Stader Innenstadt entfachen können

bc. Stade. "Mit einem Dummejungenstreich hat das rein gar nichts mehr zu tun", sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Der Schreck, der vielen Altstadt-Bewohnern vor einer Woche in die Glieder gefahren ist, ist immer noch nicht verflogen. Die Feuerserie, bei der es in der Nacht zu Mittwoch an sieben unterschiedlichen Stellen in der Innenstadt gebrannt hat, ist nach wie vor Gesprächsthema. Stundenlang war die Feuerwehr im Einsatz. "Wir schlafen seitdem durchaus unruhig", sagt Heiko Malinski, der in der Burgstraße wohnt.
Seine Unruhe ist verständlich, wenn man weiß, wie knapp Stade einer Feuersbrunst entkommen ist. Zwar brannten letztlich nur Mülltonnen aus, aber guckt man sich nur das Beispiel an der schmalen Lämmertwiete an, wo die Flammen dicht an der Hauswand hochschossen, muss man zu dem Schluss kommen, dass der oder die Feuerteufel einen Großbrand der Altstadt billigend in Kauf genommen hätten. "Bei der dichten Bebauung und der alten Bausubstanz kann es ganz schnell zu einer Katastrophe kommen", stellt Bohmbach klar.
So sieht das auch Michel Kia. Er betreibt eine Wein- und Champagner-Bar am Fischmarkt und lebt in der Bäckerstraße: "Der oder die Täter haben eine höchst kriminelle Energie an den Tag gelegt." Er selbst habe die Feuerwehr alarmiert, als es an der Lämmertwiete brannte. "Wir hatten Glück, dass es noch so früh am Abend war und wir den Brand sofort bemerkt haben", erzählt Michel Kia.
Die Feuerwehr sei sehr schnell am Einsatzort gewesen. In dem Zusammenhang weist Kia daraufhin, dass es wichtig sei, die engen Gassen nicht mit parkenden Pkw zu blockieren, damit die Retter schnell an Ort und Stelle sein können. "Schon fünf Minuten Verspätung reichen aus, damit aus einem kleinen Feuer ein Großbrand wird", so Michel Kia.
Gerd Steger, Immobilien-Besitzer am Pferdemarkt, hat ebenfalls einige unruhige Nächte hinter sich. In der Nähe seiner Wohnungen kokelte vor einer Woche ein Ascheimer. Sein Dank gilt vor allem einem benachbarten Geschäftsmann, der nachts oberkörperfrei mit einem Putzeimer, den er im Pferdemarkt-Brunnen mit Wasser befüllte, zum Brandort sprintete und das Feuer auf eigene Faust löschte. "Ich hab ihm am nächsten Tag gleich einen Blumenstrauß überreicht. So dankbar bin ich", sagt Gerd Steger.
Die Polizei tappt weiter im Dunkeln. "Wir haben bislang keine brauchbaren Hinweise erhalten, aber wir ermitteln weiter mit Hochdruck." Weitere Angaben will Rainer Bohmbach nicht machen, um keine Einzelheiten der Ermittlungen preiszugeben. Nur soviel: "Wir fahren derzeit in den Abendstunden im Altstadtgebiet verstärkt Streife", so Bohmbach.
• Zeugenhinweise an die Polizei in Stade unter Tel. 04141-102215.