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Weihnachtszeit - Trainingszeit?

Sie gibt Vollgas: Josephine Noack beim Mountainbike Marathon in Sülzhayn im Harz (Foto: Harz Racing e.V.)
 
Er hat es geschafft: Den weltlängsten Wüs­tenlauf absolvierte Andreas Ewald als Zweiter (Foto: TV)

Braten oder Bewegung? Zwei Sportler sagen, wie sie das Fest gestalten


ab. Buxtehude. Besinnlichkeit und Festtagsbraten, Plätzchen und Verdauungsschnaps: Die Weihnachtstage werden geprägt durch Geselligkeit, deftiges Essen, Naschereien und wenig Bewegung. Wie kommen Menschen durch diese Zeit, bei denen Sport einen großen Teil ihres Lebens einnimmt? Das WOCHENBLATT hat zwei Extremsportler befragt.

Die Buxtehuderin Josephine Noack (20) trainiert sechs Tage pro Woche. „Einen Tag brauche ich zur Erholung“, sagt die Leistungssportlerin, die für den Buxtehuder Sportverein BSV auf dem Fahrrad unterwegs ist. Zwischen 15 und 20 Stunden pro Woche treibt die Studentin Sport, an Wochentagen täglich zwei bis drei Stunden, am Wochenende mehr.

Begonnen hat Noack ihre sportliche Laufbahn mit Schwimmen und Triathlon. Seit eineinhalb Jahren ist sie erfolgreich im Radsport unterwegs, war im vergangenen Jahr deutsche Meisterin der Junioren im Cross-Triathlon.

Für gewöhnlich legt die junge Frau direkt nach dem Frühstück los. Aber wie sieht es bei ihr an den Feiertagen aus? „Mein Pensum wird sich über die Feiertage nicht ändern, das Training läuft weiter“, sagt Josephine Noack. Auf Kalorien muss sie zwar nicht achten, fette Braten mag sie trotzdem nicht. „In diesem Jahr bin ich für das Festtagsmahl verantwortlich“, sagt sie. Es werde darauf geachtet, dass es alle Familienmitglieder mögen. „Mir persönlich schmeckt gesundes Essen am besten.“
Zu Silvester wird die Sportlerin nicht feiern. „Um Mitternacht stoße ich mit meinen Eltern an, allerdings nicht mit Sekt. Ich trinke keinen Alkohol.“ Danach geht Josephine schlafen, um im neuen Jahr wieder fit durchzustarten.

Bei dem Horneburger Andreas Ewald (37) sieht es um die Festtage herum ganz anders aus: „Ich bin ein sehr großer Weihnachtsfan“, sagt der Extremsportler und Geschäftsführer einer Werbeagentur in Stade. Bis zum Jahreswechsel genießt Ewald das gute Essen und reduziert auch sein Sportpensum. „Normalerweise fahre ich in der Woche mit dem Fahrrad von Horneburg nach Stade zur Arbeit. In der Mittagspause gehe ich ins Fitnesscenter und absolviere ein circa eineinhalbstündiges Training.“ Am Abend, so Ewald, ginge es per Rad wieder nach Hause. „Klappt es in der Mittagspause mit dem Sport nicht, laufe ich abends noch ein bis eineinhalb Stunden durch den Wald.“

Andreas Ewald treibt täglich Sport. In die Medien geriet er im Mai dieses Jahres, als er als einer von fünf Sportlern gegen Extremsportler und Musiker Joey Kelly beim weltlängsten Wüstenlauf in Namibia antrat. Nach 441 Kilometern kam Ewald hinter Kelly als Zweiter ins Ziel.

Im kommenden Frühjahr werden Ewald und Kelly gemeinsam nach Israel reisen, um dort an einem Marathon für einen guten Zweck teilzunehmen. Doch erst mal heißt es für den Sportler jetzt genießen im großen Stil. Denn ab 1. Januar diszipliniert sich Ewald wieder nach strengsten Regeln selbst: „Im neuen Jahr werde ich wie gewohnt drei Wochen fasten und wieder täglich trainieren. In vier bis acht Wochen bin ich dann wieder so fit wie vor der Weihnachtszeit.“