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Wenn der "Chef" kommt: Visitation im Kirchenkreis Buxtehude

Superintendent Dr. Martin Krarup: Bei Visitationen Seelsorger und Manager (Foto: tk)
Was sind eigentlich Visitationen in einer Kirchengemeinde? Gespräch mit Superintendent Dr. Krarup

tk. Buxtehude. Was passiert, wenn der Chef die Zweigstelle seines Unternehmens nur alle sechs Jahre gründlich unter die Lupe nimmt? Zwar hinkt dieser Vergleich, doch ganz stellt Superintendent Dr. Martin Krarup das zugespitzte Bild nicht in Frage. Wird ihm eine schöne Fassade präsentiert, wenn er die Kirchengemeinden des Kirchenkreises Buxtehude visitiert, so heißen im Kirchenrecht die Besuche des "Chefs". "Das merkt man", sagt Krarup. Er hat gerade die Gemeinden in Apensen, Horneburg, Bliedersdorf und Dollern besucht. Als Beispiel für den Alltag in der Gemeinde führt er an: "Es gab einen ganz normalen Gottesdienst zu Beginn der Visitationen. "Show wäre gewesen, wenn die Gemeinden gleich drei Chöre aufgeboten hätten."



Sind diese Gemeindebesuche sinnvoll?, kommt der Superintendent als Seelsorger oder als Manager?, wollte das WOCHENBLATT von Krarup wissen. "Die beendeten Visitationen waren sehr entspannt", schickt der voraus. Er sieht sich dabei als Seelsorger ("mitunter öffnen sich die Menschen und vertrauen mir etwas an") und als derjenige, der einen Blick auf Personal- und Geldeinsatz oder Gebäudemanagement wirft. Krarup stellt aber klar: "Auch unsere Kirche lebt und handelt nach den Prinzipien der Demokratie." In vielen Dingen seien die Gemeinden komplett eigenständig.

Für die besuchten Gemeinden sei die Visitation auch ein "Prozess der Selbstvergewisserung", so der Superintendent. Bevor er kommt, wird vor Ort ein Gemeindebericht erstellt. Und das ist mit Arbeit verbunden. Der Bericht ist nicht nur für den Superintendenten bestimmt. Die Verfasser setzen sich intensiv mit Istzustand auseinander. Genau darin sieht Martin Krarup auch einen wesentlichen Sinn der Visitation.

Er führt viele Gespräche mit Haupt- und Ehrenamtlichen, begleitet das Gemeindeleben. Dabei werden auch an ihn Forderungen gestellt: "Es wird erwartet, dass der Kirchenkreis für gute Rahmenbedingungen sorgt."

Was ihm nach den Gemeindebesuchen aufgefallen ist: "Ein harmonisches Nebeneinander von Tradition und Aufbruch." Die Kirche sei "mitten im Dorf" und damit ein wichtiger Teil der Tradition. Auf der anderen Seite gebe es "pulsierendes Neues". Etwa beim Konfirmandenunterricht oder modernen Gottesdienstformen.
Übrigens: "Chef" Krarup wird selbst visitiert. Im Frühjahr schaut Landessuperintendent Dr. Hans-Christian Brandy in St. Petri vorbei.

• Das Ende der Visitation in der Kirchengemeinde Apensen wird am Sonntag, 4. September, um 10 Uhr mit einem Open-Air-Gottesdienst auf dem Beekhoff in Beckdorf gefeiert.

• Im Kirchenkreis Buxtehude sind elf Kirchengemeinden zusammengeschlossen. Die Region reicht von Buxtehude über Horneburg bis nach Mulsum und Bargstedt und Ahlerstedt im Süden des Kirchenkreises. Zu den Kirchengemeinden gehören rund 44.000 Gemeindeglieder.