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Wildschwein mit Philipp Lahm: Weihnachtsinterview mit Pastor Oliver Friedrich

Pastor Oliver Friedrich kann sich Weihnachten unter Palmen überhaupt nicht vorstellen
tk. Buxtehude. Heiligabend und an den beiden Weihnachtstagen können Pastoren ihren Talar nicht an die Garderobe hängen, die Seele baumeln lassen und ausschließlich ihre Freizeit genießen. Was ist dem Buxtehuder St. Petri-Seelsorger Oliver Friedrich zwischen Gottesdienst und Christvesper zu später Stunde am Heiligabend besonders wichtig? Gibt es als Weihnachtsmenü ganz klassisch Gans und was ist für Friedrich an den Weihnachtstagen undenkbar? WOCHENBLATT-Redakteur Tom Kreib war neugierig.
WOCHENBLATT: Freuen Sie sich über Weihnachtsgeschenke oder entsagen Sie als Pastor gänzlich dem Materiellen zum Fest?
Oliver Friedrich: "Ich freue mich über Weihnachtsgeschenke und ich schenke auch gerne. Die Hauptsache an Weihnachten sollten aber nicht die Geschenke sein, sondern der Gottesdienst, die Lieder, die Botschaft vom Kind in der Krippe. Wenn die Botschaft von Weihnachten trotzdem der Mittelpunkt des Festes bleibt, können Geschenke das Besondere dieses Tages unterstützen."
WOCHENBLATT: Hat ihr Weihnachtbaum Kerzen?
Friedrich: "Wir haben schon seit langem keinen Weihnachtsbaum mehr. Dafür gibt es eine wunderbare Krippe mit handgeschnitzten Figuren. Jedes Jahr kaufe ich eine Figur dazu. Fünf Jahre brauche ich noch, bis alle Figuren vollständig sind."
WOCHENBLATT: Kam es schon mal vor, dass Sie Heiligabend gemütlich zu Hause saßen und keine Lust mehr hatten, noch in die Kirche zu gehen?
Friedrich: "Ich kann mich nicht erinnern. Mir war der Gottesdienst zu Heilig Abend schon als Jugendlicher wichtig. Und in dem Ort, aus dem ich komme, gab es immer am 1. Weihnachtstag um 6 Uhr morgens einen Festgottesdienst. Da war ich fast in jedem Jahr dabei: Halb verschlafen durch die dunkle Stadt zu laufen, manchmal durch Eis und Schnee. Dann die dunkle Kirche, die im Laufe des morgendlichen Gottesdienstes durch viele Kerze immer heller wurde. Und dann die wunderbare Botschaft der Weihnachtsgeschichte: Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Das war wunderbar und ist es für mich noch immer. Jedes Jahr wieder."
WOCHENBLATT: Mit welcher berühmten Persönlichkeit würden sie gerne Heiligabend feiern?
Friedrich: "Ich bin überhaupt kein Fußballfan. Aber Philipp Lahm könnte ich mir als Gast gut vorstellen. Immer, wenn ich etwas von ihm lese, bin ich beeindruckt, wofür der Mann sich so engagiert und welche Auffassungen er vertritt. Ich könnte mir denken, dass wir uns viel zu erzählen hätten. "
WOCHENBLATT: Eine kulinarische Frage: Was kommt bei Pastor Friedrich an den Weihnachtstagen auf den Tisch?
Friedrich: "Am 2. Feiertag gibt es immer Wildschweinrücken aus heimischen Wäldern. Heilig Abend muss es schnell gehen und am 1. Weihnachtsfeiertag gibt es etwas Einfaches: Nudeln mit Pilzsoße."
WOCHENBLATT: Was ist für Sie in Verbindung mit Weihnachten absolut unvorstellbar?
Friedrich: Weihnachten in der Südsee mit Palmen und Sonne. Das geht gar nicht.