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"Wir müssen es ausbaden"

Oberkante, Unterlippe: Schon heute sind einige Gärten in Estebrügge bei alltäglichem Hochwasser überschwemmt (Foto: oh)
bc. Estebrügge/Cranz. Dieses Thema bewegt die Massen: Die Stadt Buxtehude plant, ihr Zentrum mit Mini-Deichen und Spundwänden vor Hochwasser zu schützen, und die Unterlieger an der Este in Estebrügge und Cranz müssen es im wahrsten Sinn des Wortes ausbaden. So sehen es zumindest viele Menschen im Alten Land, die dem großen Nachbarn Egoismus und Kirchturmdenken vorwerfen.

Knapp 200 Bürger wollten am vergangenen Donnerstag die Rechtfertigungsversuche hören, die Stadtbaurat Michael Nyfeld und Eckhard Dittmer von der Buxtehuder Stadtentwässerung vortrugen. Die Gemeinde Jork hatte zu einer Podiumsdiskussion in die Esteburg eingeladen.

Die "Interessengemeinschaft Este" um ihren Sprecher Rainer Podbielski brachte die Sorgen der Bürger zum Ausdruck: "Buxtehude plant unsere Häuser als Überflutungsgebiet ein." Die Anlieger fürchten, dass bei Starkregen das Wasser mit hoher Geschwindigkeit durch Buxtehude geleitet werden soll. Zum Nachteil der Menschen an der Untereste, deren Gärten schon heute bei alltäglichem Hochwasser überschwemmt sind.

Podbielski: "Buxtehude rechnet mit einer Deichhöhe von durchgängig vier Metern an der Este. Dabei ist klar, dass die Höhe abschnittsweise deutlich unterschritten wird." Ein Problem, weil die Estestadt so kalkuliert hat, dass das Wasser nach der Innenstadt-Eindeichung bis zu 3,50 Meter in der Este stehen würde, falls es zu einem so schlimmen Hochwasser kommt, bei dem das Este-Sperrwerk über drei Tiden geschlossen bleiben muss.

Die IG Este, wie auch die Buxtehuder "Bürgerinitiative Este", befürworten stattdessen eine naturnahe Lösung am Oberlauf mit einem Querdamm im Estetal. Die dafür von Eckhard Dittmer angegebenen Kosten in Höhe von 7,7 Mio. Euro bezweifelt Podbielski. "Das ist viel zu hoch angesetzt. Die Zahlen können nicht stimmen", so der IG-Sprecher. Hintergrund: Buxtehude will die günstige, schneller umsetzbare und zu 100 Prozent geförderte Minideich-Lösung für nur 6,14 Mio. Euro. Nyfeld: "Wir können ja nicht jenseits der Stadtgrenzen planen."

Die Menschen an der Untereste wollen weiter für einen ganzheitlichen Hochwasserschutz an der Este kämpfen. Ihr Vorhaben, einen einheitlichen Unterhaltungsverband für den ganzen Fluss zu gründen, trifft auch in Buxtehude auf Gegenliebe. Podbielski: "Wir wollen unser Anliegen im Umweltministerium in Hannover vortragen."

Übrigens: Vertreter aus Cranz wiesen bei der Diskussion darauf hin, dass der "Estebogen" mit ungefähr 400 Wohneinheiten sowie Schule und Kindertagesstätte im Außendeich der Este liegt. Auch diese Bereiche wären bei der aktuellen Buxtehuder Planung Teile des Hochwasserpolders.