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Wohnungsnot in Buxtehude: Auch der Mittelstand braucht Hilfe

Die Mietpreisbremse wurde in Buxtehude eingeführt. Zu einer Besserung hat das auf dem überhitzten Wohnungsmkart nicht geführt (Foto: Fotolia/bluedesign)
  Leserreaktionen per Mail und in Buxtehuder Foren: "Mieten fast wie in Hamburg"

tk. Buxtehude. Die Wohnungsnot in Buxtehude wird immer größer", titelte das WOCHENBLATT in der vergangenen Mittwochsausgabe und fragte die Leserinnen und Leser nach ihren Erfahrungen. Die Reaktionen sowohl in den sozialen Medien als auch in Mails zeigen: Das Problem ist groß.

In einem langen Brief beschreibt Danny Höger seine Wohnungssuche. Nach jahrelangem Streit über eine Schimmelwohnung hatten Höger und seine Freundin eine neue Bleibe gefunden. Die Erstbesichtigung sei vielversprechend gewesen. Doch beim Einzug das böse Erwachen: Auch diese Wohnung sei verschimmelt gewesen. Der Vormieter sei wegen des Schimmels im Streit ausgezogen.

Vorübergehend, nur für ein Jahr, kann das Paar das Haus einer Freundin seiner Mutter mieten. Was danach komme, sei derzeit völlig ungeklärt. "Mit normalen Gehältern sind Wohnungen in Buxtehude einfach nicht zu bezahlen." Eine Dreizimmerwohnung koste zwischen 900 und 1.600 Euro. "Wir gehören zum sogenannten Mittelstand und brauchen dennoch Hilfe", sagt der WOCHENBLATT-Leser. Wenn, wie in seinem Fall, eine Katze zum Haushalt gehöre, sei es fast aussichtslos eine Wohnung zu finden.
Familie Rave schreibt, dass sie schon lange auf Wohnungssuche ist. Weil sich der Vater noch in Ausbildung befinde, gebe es Aufstockungsleistungen vom Jobcenter. Die Familie mit fünf Personen findet dennoch keine Bleibe. Das Jobcenter würde eine Vier-Zimmer-Wohnung mit maximal 95 Quadratmetern mitfinanzieren. "Doch so eine Wohnung zu finden, ist fast unmöglich."

In den Buxtehuder Facebook-Foren wurde das Thema ebenfalls diskutiert. "Die Preise sind frech. Das sind schon fast Hamburger Mieten", schreibt eine Nutzerin. Eine alleinerziehende Mutter ergänzt: "Deshalb musste ich nach Horneburg ziehen." Ein anderer Nutzer kritisiert die Politik: "Es wird immer schlimmer und die Politiker schauen nur zu."

Hans-Joachim Nienstadt erinnert sich, dass es zu Anfang der 1990-er Jahre schon eine ähnliche Situation in Buxtehude gegeben habe. "Damals hat die Verwaltung unter der Federführung des Dezernenten Gerloff eine Fachstelle mit erfahrenen Mitarbeitern eingerichtet und diesen Aufgabenbereich mit allen erforderlichen Kompetenzen ausgestattet." Durch die An- und Vermietung von Wohnungen durch die Stadt sei das Problem zumindest gemildert worden. An solche Konzepte sollte man sich erinnern, meint der Leser und ergänzt: "Das setzt den gemeinsamen Willen, Mut und Durchsetzungsvermögen voraus."

Ein Leser der WOCHENBLATT-Facebookseite (https://www.facebook.com/KreiszeitungWochenblatt) fragt, woher die Redaktion diese "irren Preise" hat. In dem Artikel war unter anderem davon die Rede, dass eine Zwei-Zimmer-Neubauwohnung 1.300 Euro kalt koste. Ganz einfach: Die Höhe der Mieten für einzelne Wohnungen stammen aus den einschlägigen Immobilienportalen im Netz.
Haben Sie auch Erfahrungen mit dem überhitzten Buxtehuder Wohnungsmarkt? Die Redaktion bleibt an diesem Thema dran. Schreiben Sie uns am besten per Mail an tk@kreiszeitung.net