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XXL-Familie mit zehn Kindern: Irgendwie anders und doch ganz normal

Die Jüngeren profitieren von den Älteren. Umgekehrt lernen die Älteren schnell, was Verantwortungsbewusstsein bedeutet. Aber natürlich gibt es auch Streit. So war die Sitzordnung für dieses Foto nicht leicht zu klären (v.li.): Emelie (12), Lilly (3), Charlotte (8), Anne-Sophie (10), Pauline (1), Friederike (6), Clara-Louise (4) und Moritz (11) haben sich dann aber doch geeinigt (Foto: bc)
 
Julia und Oliver Hauschke sind entspannt. Ihre Kinder auch (v.li.): Moritz (11), Friederike (6), Emelie (12) mit Pauline (1), Anne-Sophie (10), Clara-Louise (4), Charlotte (8) und Lilly (3). Marieke (17) und Johanna (20) fehlen auf dem Bild. Sie wohnen in Hamburg und studieren, bzw. machen Abitur
Zehn Kinder: Familie Hauschke gehört zu den absoluten Ausnahmen

bc. Stade. Die Hauschkes aus Stade: Zehn Kinder gehören zu der XXL-Familie. Trotzdem sind Mama und Papa, Julia und Oliver Hauschke, tiefenentspannt. So entspannt, dass es der kinderlose Reporter beim Hausbesuch gar nicht glauben mag. Die Hauschkes sind irgendwie anders und doch ganz normal.
"Im Prinzip ist es nicht entscheidend, ob du zwei, drei oder zehn Kinder hast. Der Tagesablauf ändert sich nicht", sagt Oliver Hauschke. Er muss wissen, wovon er spricht. Er kennt jedes Stadium von Familiengrößen. Der Leiter des gymnasialen Zweigs der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Drochtersen will sogar nicht ausschließen, dass sich die Familie weiter vergrößert. Geplant ist allerdings nichts. "Wir wollten immer viele Kinder haben. Dass es mal so viele werden, hatten wir auch nicht gedacht. Es ist jetzt so, wie es ist", sagt der 45-Jährige pragmatisch.
1,5 Kinder bekommen Mütter in Deutschland im Schnitt. Nach einer Mutter mit zehn Kindern muss man schon lange Ausschau halten. Nur 0,002 Prozent der deutschen Familien sind ebenso kinderreich wie die Hauschkes. Julia Hauschke erfährt viel Bewunderung, wenn sie von ihrer Großfamilie erzählt. Es gibt aber auch Skeptiker: "Einige können es nicht verstehen, wie man sich das antut", erzählt die 38-Jährige. Wobei "antun" ein Fremdwort für die Frau ist. Selbst wenn sie mal einen Babysitter engagiert, um mit ihrem Mann essen zu gehen, fehlt ihr in diesen seltenen Momenten etwas: "Neulich waren wir mal alleine in einem Restaurant. Ein komisches Gefühl. Ich überlege dann doch, wie es gerade den Kindern geht", gesteht Julia Hauschke mit einem Lächeln auf den Lippen. Ihre Devise: Entweder mit Kindern oder gar nicht!
Trubel ist zu Hause ein Dauerzustand. Los geht es um 6 Uhr. Oliver Hauschke bereitet das Frühstück vor, ab 6.30 Uhr macht seine Frau die Brotdosen für die Schulkinder fertig. Dann wird gemeinsam mit den Kindern gefrühstückt. Eine halbe Stunde lang. "Ein Ritual, das uns wichtig ist", erzählt Oliver Hauschke.
Genauso wie die gemeinsame warme Mahlzeit an Nachmittag. Es wird erst dann gegessen, bis der letzte aus der Schule gekommen ist. Und: Es gibt nur ein Gericht. Individuelle Wünsche - so wie man sie von wählerischen Kindern gerne kennt - werden nicht erfüllt. "Dann gibt es halt ein Brot oder die Reste vom Vortag", sagt Julia Hauschke.
Um 7.30 Uhr kehrt dann etwas Ruhe in dem 300 Quadratmeter großen Bungalow in Hohenwedel ein. Die Kinder gehen selbstständig zur Schule. Gefahren wird hier selten einer. Stichwort fahren. Das ist nach der Geburt von Pauline schwieriger geworden. Der Bus reicht nur für neun Personen. Obwohl die beiden ältesten Mädchen schon aus dem Haus sind, gehören zur Familie derzeit aber zehn Personen. "Ich musste bei der Verkehrsbehörde sogar einen Personenbeförderungsschein beantragen", schmunzelt der Familienvater.
Eine Großfamilie stellt Eltern vor Herausforderungen - egal, ob es die Wäscheberge, seitenweise Einkaufslisten oder umfangreiche Hausaufgaben-Betreuungen sind. Dennoch: Hilfe braucht Julia Hauschke nicht. Es gibt keine Putzfrau, keine Aupair, sie managt den Haushalt alleine, wenn ihr Mann in der Schule ist. "Das klappt ganz gut", erzählt die außergewöhnliche Mutter. Selbst Urlaub ist für die Großfamilie nicht ausgeschlossen. England, Österreich, 2014 ging es nach Florida ins Disneyland. "Alles eine Sache der Planung", sagt Oliver Hauschke. Mit der Planung ist das so eine Sache. Nesthäkchen Pauline war nicht geplant. Sie kam dann aber doch. Als Christkind am 24. Dezember. Bei Familie Hauschke scheint nichts ausgeschlossen zu sein. Sie nehmen es, wie es kommt. Ein Kind noch und die Fußballmannschaft wäre komplett.