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Absurdes Theater mit Jörg Rönner

In der Amtsstube von Jörg Rönner könnte es demnächst voller werden. Und das, obwohl der Chef der städtischen Tiefbauabteilung vermutlich alles andere als scharf auf Bürgerkontakt ist. "Können Sie bei mir einsehen", war die häufigste Antwort des Bilderbuch-Bürokraten im jüngsten Bauausschuss. Anwohner stellten konkrete Fragen, Rönner hatte keine klaren Antworten - oder wollte sie nicht geben.

Es ging um die unmittelbar bevorstehende Sanierung der Goethestraße und der Hermann-Löns-Straße. Viele Anwohner lehnen die Maßnahme ab. Dass es kritische Fragen geben wird, war daher keine Überraschung. "Auf welcher Grundlage wurden die Straßen ins Erneuerungsprogramm aufgenommen?", wollte ein Anwohner wissen. Rönner: "Die Unterlagen dazu liegen im Archiv. Müsste ich nachgucken." Oder: "Gibt es einen Straßenzustandsbericht?" Taktik Rönner - abbügeln: "Was meinen Sie damit?" - und schließlich: "Können Sie bei mir einsehen. Aufgrund der dürftigen Antworten ähnelte die Bürgerfragestunde eher absurdem Theater als sachlicher Information. Ehrlich, welcher Bürger hat tagsüber die Zeit, stundenlang Akten in der Verwaltung zu studieren?

Der Tiefbauchef präsentierte sich einmal mehr als das Gegenteil moderner Verwaltung: verbohrt, verstockt, verbürokratisiert. Offenbar vergisst der Tiefbauer regelmäßig, dass wir nicht mehr im wilhelminischen Deutschland leben und dass die, die er abwatscht, sein Gehalt bezahlen.

Jörg Rönner muss zum Nachsitzen zur Chefin. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt betont nimmermüde, welche Bedeutung Dialog und Kommunikation im Umgang mit den Menschen haben. Sollte das nicht fruchten, hätte ich einen Vorschlag: Rönner, ein Mann mit sonorer, tiefer Stimme, könnte bis zu seiner Pensionierung als Synchronsprecher an ein Filmstudio ausgeliehen werden.

Was ich nicht verstehe, warum einige der Altvorderen aus der Politik dem ganzen nicht Einhalt gebieten? Kein Ausschussmitglied stoppte Rönner oder kritisierte zumindest das, was durchaus als Bürgerverarschung bezeichnet werden kann. Warum nicht?

Tom Kreib