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Ahmadiyya-Gemeinde in Buxtehude: "In 100 Jahren noch keine Moschee"

In Stade ist die Moschee seit vielen Jahren fertig, in Buxtehude hakt es bei den Plänen der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde dagegen gewaltig (Foto: tp)
Die Ahmadiyya Muslim Jamaat sucht in Buxtehude vergeblich nach einem Grundstück

tk. Buxtehude. "Wenn das so weitergeht, dann haben wir in 100 Jahren noch keine Moschee", sagt Ata Shakoor, Sprecher der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) in Buxtehude. Die muslimische Gemeinde hat in den vergangenen Wochen zehn Grundstücke in Buxtehude und den Ortsteilen in Augenschein genommen. "Nirgendwo ist der Bau realisierbar", sagt Shakoor. Eine Schnellprüfung durch die Verwaltung habe jedes Mal ergeben, dass der ausgesuchte Standort baurechtlich nicht in Frage käme.



Das Dilemma der AMJ: Am Alten Postweg hatte die Gemeinde eine Fläche gekauft. Durch die Erweiterung von Synthopol gelten neue Sicherheitsabbstände, die Gebäude mit einer teilweise öffentlichen Nutzung- worunter auch die Moschee fällt - vor der Baugenehmigung einer strengen Prüfung unterzieht. Die Folge: Der Bauantrag für die Moschee wurde abgelehnt.

In Immenbeck und Heitmannshausen, am Alten Postweg und an der Felix-Wankel-Straße (beide im Gewerbegebiet) hat die AMJ die Realisierbarkeit bei der Bauverwaltung abgefragt. Im Gewerbegebiet, dort liegen einige der Grundstücke, sei laut B-Plan kein Kirchenbau zulässig.

"Wir werden jetzt auf private Wohnbauflächen gedrängt", so Ata Shakoor. Die Buxtehuder AMJ, die den Moscheebau überwiegend mit Eigenmitteln stemmen muss, kann sich begehrte Grundstücke eigentlich nicht leisten.
"Die meisten Moscheen in Deutschland stehen daher in Gewerbegebieten", sagt Shakoor. Dass das in Buxtehude nicht funktionieren soll, können die Gemeinde-Mitglieder nicht verstehen.

"Den Unmut kann ich nachvollziehen", sagt Michael Nyveld, Erster Stadtrat und Chef der Buxtehuder Bauverwaltung. Er gibt allerdings zu bedenken, dass eine Änderung des Bebauungsplanes für das Gewerbegebiet zum einen von der Gemeinde selbst bezahlt werden müsste, zum anderen das Ergebnis völlig offen sei.
Mehr als eine schnelle und unbürokratische Prüfung von baurechtlichen Fragen könne die Stadt derzeit nicht leisten. Manche freien Flächen in städtischem Besitz müssen zudem als Standorte für Flüchtlingsunterkünfte reserviert bleiben, so Nyveld. "Wenn sich diese Situation entspannt, könnte sich leichter etwas ergeben."