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Ata Shakoor verlässt die Grünen

Das war die grüne Harmonie noch groß: Ata Shakoor und Michael Lemke bei der Kommunalwahl im September 2016 (Foto: tk)

Der Buxtehuder übt Kritik an der Partei: "Zu träge"

tk. Buxtehude. Ata Shakoor (29) ist von allen Ämtern bei den Grünen in Buxtehude sowie auf Kreisebene zurückgetreten und hat sein Parteibuch abgegeben. Er wirft den Grünen einen Mangel an Interesse an seinen Themen, etwa Islam in Deutschland und Integration von Flüchtlingen, und fehlende Unterstützung für ihn als Politikneuling vor. "Ich wollte etwas bewegen, aber bei den Grünen bin ich nicht richtig aufgehoben." Der grüne Fraktionschef aus Buxtehude, Michael Lemke, der Shakoor in die Politik geholt hatte, bedauert dessen Rückzug.



Ata Shakkor hatte in den vergangenen Monaten den Eindruck gewonnen, dass die Grünen "eher träge" sind. Er habe die Partei von außen ganz anders - nämlich positiver - als von innen heraus wahrgenommen. Zudem müsse sich ein Neuer erst einmal von unten nach oben hochdienen. Dass Shakoor Anspruch auf die Kandidatur für ein Bundestagsmandat angemeldet hatte, passte dazu offenbar nicht.

Wobei dieser Anspruch laut Ata Shakkor zu einer Verschärfung des Konflikts beigetragen habe. Ihm sei direkt oder indirekt eine anti-muslimische Stimmung bei Einzelnen begegnet. Ata Shakoor ist Muslim und Sprecher der Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde (AMJ) in Buxtehude.

"Ata Shakoor ist ein toller Typ, ich bedauere seinen Rückzug", sagt Michael Lemke. Er hätte sich vielleicht etwas intensiver kümmern müssen, räumt er ein. Lemke bestätigt auch, dass es unter einigen wenigen Grünen - besonders bei Frauen - Probleme mit Shakoors Glauben gegeben habe. "Manche hatten damit wohl Bauchschmerzen", sagt er.
Ein Engagement in einer anderen Partei will Ata Shakoor nicht ausschließen, weil er grundsätzlich ein politisch denkender Mensch sei. Nüchtern stellt er fest, dass bei Informationsveranstaltungen der AMJ Politiker aus den Reihen der SPD und CDU regelmäßig Gäste seien. Die Grünen würden - bis auf Michael Lemke - meist mit Abwesenheit glänzen.