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Ausgleichsflächen zur Elbvertiefung: Hamburg sucht nicht im Landkreis

Laut Landrat Roesberg zieht sich der Beginn der Elbvertiefung noch mindestens zwei Jahre hin (Foto: tk)
(bc). Fast vier Monate nach dem Urteil zur umstrittenen Elbvertiefung liegt die Abschrift nun vor. Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch versprühte umgehend Optimismus: „Die Fahrrinnen-Anpassung wird kommen“, verkündete er. Das Bundesverwaltungsgericht habe nur relativ wenige Kritikpunkte geäußert, mit denen sich die Verwaltungen Hamburgs und des Bundes schon länger intensiv auseinandersetzen.
Dass die Elbvertiefung kommen wird, nimmt auch Landrat Michael Roesberg an: „Die naturschutzrechtlichen Belange können nachgearbeitet werden.“ Dass sie jedoch zeitnah umgesetzt werden können, bezweifelt er. Das ergänzende Planverfahren mit allen Gutachten, die dazu gehören, werde Zeit brauchen. Roesberg: „Ich rechne damit, dass es noch länger als zwei Jahre dauern wird, bis gebaggert wird.“ Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) sowie die Naturschutzverbände müssten sich jetzt verständigen: „An diesen Partnern liegt es.“
So sieht es auch Kreisbaurat Hans-Hermann Bode, der auf Antrag der Grünen-Kreistagsfraktion einen aktuellen Sachstandsbericht zur Elbvertiefung verfasst hat. Seine Kernbotschaft: Bei den Gesprächen zwischen WSV und dem Naturschutzamt gehe es nicht um neue Flächen im Landkreis Stade, die als potenzielle Ausgleichsflächen von Hamburg genutzt werden können. Alle Flächen auf Schwarztonnensand, Asselersand oder bei Barnkrug, die Hamburg bzw. dem Bund bereits gehören, seien bereits im Planfeststellungsbeschluss bekannt gewesen. Es gehe bei den Gesprächen vielmehr um eine konkretere Begründung, ob es sich auf diesen Flächen um einfache Naturschutzmaßnahmen oder um sogenannte Kohärenzmaßnahmen handele, die besonders geeignet seien, das Natura-2000-Gebiet Unterelbe zu sichern, so Bode: „Die Begründung reichte bisher nicht aus.“
Ausdrücklich betont der Kreisbaurat, dass die Borsteler Binnenelbe, die im Forum Tideelbe thematisiert wurde (das WOCHENBLATT berichtete), gegenwärtig nicht im Gespräch als Ausgleichsfläche sei.
Zum Hintergrund: Hamburg ist aber bekanntlich immer noch auf der Suche nach zusätzlichen Ausgleichsflächen für den vom Aussterben bedrohten Schierlings-Wasserfenchel.