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Bedarfsplanung schafft noch keine neuen Ärzte

(bc/nw). Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat die Auswirkungen der neuen Bedarfsplanung simuliert, die zum 1. Juli 2013 umgesetzt wird. Danach gibt es für das zweite Halbjahr Niederlassungsmöglichkeiten für Hausärzte, Fachärzte sowie Psychotherapeuten in einer Größenordnung von 600.

Hierin sind wie bisher 400 Kassenarztsitze für Hausärzte enthalten. Der größte Zuwachs wird mutmaßlich mit rund 80 Sitzen bei den Psychotherapeuten erwartet. Für die neu in die Bedarfsplanung aufgenommenen Arztgruppen, wie zum Beispiel Kinder- und Jugendpsychiater, Laborärzte oder Transfusionsmediziner, werden rund 50 Zulassungen insgesamt landesweit zur Verfügung stehen. Die weiteren Zulassungsmöglichkeiten verteilen sich auf die übrigen Arztgruppen mit insgesamt 100 Niederlassungsmöglichkeiten. Die meisten für Orthopäden und Kinderärzte.

Der Vorstand der KVN begrüßt die grundlegende Reform der Bedarfsplanung, warnt aber vor zu hohen Erwartungen. „Die Reform der Bedarfsplanung war längst überfällig. Das 20 Jahre alte System basierte auf bundesweiten Vorgaben, von denen regional nicht abgewichen werden konnte. Dies wird sich künftig ändern“, sagt der Vorstandsvorsitzende der KVN, Mark Barjenbruch.

Die neue Bedarfsplanung schaffe jedoch keine neuen Ärzte. Sie sei lediglich ein Baustein, um den Herausforderungen in der ambulanten medizinischen Versorgung anzugehen. "Sie liefert keine Antwort auf die drängende Frage, wie mehr junge Ärzte aufs Land gelockt werden können. Vielmehr muss die Niederlassung für junge Mediziner attraktiver werden. Auch stellen die Krankenkassen kein zusätzliches Honorar für die neuen Ärzte zur Verfügung. Wir fordern eine entsprechende Anhebung des Honorarvolumens von 43 Millionen Euro pro Jahr“, so die Ansicht des KVN-Vorstandsvorsitzenden.