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Bürgermeisterwahl: Warum will nur eine diesen Buxtehuder Spitzenjob?

Warum rennen die Bewerber für den Bürgermeister-Posten den Parteien nicht die Türen? (Foto: Stadt Buxtehude)

tk. Buxtehude. Die Stadt ist attraktiv, der Job eine Führungsposition und die Bezahlung ist auch nicht schlecht. Trotzdem rennen die Bewerber für das Bürgermeisteramt den Parteien nicht die Tür ein. Im Gegenteil: Jetzt verzichtet auch die SPD auf einen Herausforderer der einzigen Bewerberin. der Ersten Stadträtin Katja-Oldenburg-Schmidt, die von der CDU unterstützt wird. Auch die Christdemokraten fanden keinen eigenen Kandidaten. Woran liegt es, dass offenbar niemand Bürgermeister in Buxtehude werden will?

Dr. Harald Stechmann, Ortsvereinsvorsitzender der SPD: In einer Stadt wie Buxtehude müssen die Verwaltungschefs Erfahrung mitbringen. "Die, die als Dezernenten in anderen Kommunen arbeiten, halten oft an ihren Stellen fest", so Stechmann. Einer der Gründe: Wer in der zweiten Reihe als Fachmann arbeite, wolle nicht unbedingt in die erste Reihe treten - öffentliche Medien- und Bürgerschelte inklusive. Zudem können eine verlorene Wahl in mehrfacher Hinsicht negative Auswirkungen haben: Ein Knick auf der Karrieleiter und Stress wegen Abwanderungsgedanken am bisherigen Arbeitsplatz.
Grundsätzlich sei es ein Problem, dass sich Bürgermeisterwahlen immer häufiger auf einen Bewerber beschränken. "Das eher eine Akklamation als eine Wahl", sagt Stechmann.

Abschreckung für Kandidaten

Der CDU-Stadtverbandschef Lorenz Hünnemeyer sieht in der von der rot-grünen Landesregierung beschlossenen Verkürzung der Bürgermeisteramtszeit auf fünf Jahre ein Hauptproblem: Wahlbeamte, die in anderen Kommunen Leitungsfunktionen haben, werden vom Rat auf acht Jahre gewählt. Einmal wiedergewählt sind es schon 16 Jahre. "Ein Bürgermeister in Niedersachsen muss sich in diesem Zeitraum drei Mal von den Bürgern bestätigen lassen", sagt Hünnemeyer - das schrecke viele Kandidaten ab.
Einigkeit mit Stechmann in einer Sache: Eine Stadt von der Größe Buxtehudes brauche einen Fachmann, der sich in allen Verwaltungsbereichen auskenne. "Das ist anders als in Großstädten, wo abgehalfterte Politiker Bürgermeister werden können."
Eine überraschende Begründung für die vermeintlich mangelnde Attraktivität des Buxtehuder Spitzenjobs hat Grünen-Fraktionschef Michael Lemke parat: Die Nähe zu Hamburg schränke den Handlungsspielraum eines Bürgermeisters ein. Das hätten mehrere Kandidaten ins Feld geführt, mit denen die Grünen geredet haben. Lemke: "Mit Hamburg kann man nicht Monopoly spielen." Stade, so der Grünen-Politiker weiter, habe mehr räumlichen Abstand zum großen Nachbarn und nehme eine andere Position zwischen Cuxhaven und Hamburg ein.
Wie Katja Oldenburg-Schmidt, die bislang einzige Bewerberin, ihren Wahlkampf plant, lesen Sie hier