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Bullenbruch-Polder: "Verzögerung ist inakzeptabel"

Start für die erste Bauphase der Aue-Verlegung im Frühjahr 2014. Der Rest des Großprojektes, der Bullenbruch-Polder, lässt noch auf sich warten (Foto: lt)
Buxtehuder Ratsherr kritisiert Deichverband wegen Bullenbruch-Polder

tk. Buxtehude/Horneburg. Dammhausen und das westliche Buxtehuder Stadtgebiet sind nicht vor einer Starkregenflut geschützt, weil der Hochwasserentlastungspolder Bullenbruch bei Horneburg noch nicht gebaut wurde. "Eine Verzögerung des Verfahrens ist nicht akzeptabel", sagt der Buxtehuder Ratsherr Horst Subei (SPD). Er übt Kritik an der Landesbehörde NLWKN (Landesbehörde für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz), die für das Planfeststellungsverfahren verantwortlich ist, und am Bauträger, das ist der Deichverband der II. Meile Alten Landes. Das Verhalten beider sei "inakzeptabel", so Subei.
"Horst Subei hat Recht", bestätigt Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts über die Kritik an der Dauer. Seit 15 Jahren werde geplant und das sei viel zu lang. Die Hintergründe der Probleme hatte Ulferts während einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche angesprochen (das WOCHENBLATT berichtete). Der Deichverband hat die Planungen erneut aufgenommen, und unter anderem Streitigkeiten mit Grundeigentümern beigelegt, sodass jetzt günstiger gebaut werden könnte.
Hauptproblem: Wenn der Polder bei Hochwasser vollläuft, müssten bei einem maximalen Schaden rund 400.000 Euro an die Eigentümer hauptsächlich landwirtschaftlich genutzter Flächen gezahlt werden. Alternativ könnte eine Versicherung, die jährlich einen hohen fünfstelligen Betrag kostet, die Schäden regulieren. Beides, das machte Ulferts deutlich, sei für den Deichverband allein zu teuer.
Dass die Entschädigungsfrage den Bau verzögert, findet Subei schlichtweg "unverständlich".Wenn sich die Nutznießer des Polders, also vor allem die Oberlieger der Aue, an einer Versicherung und den Wartungsarbeiten beteiligen, könne der Startschuss für den Bau schnell fallen. Aus Buxtehude seien dazu positive Signale gekommen, so der Oberdeichrichter.
Die optimale Lösung für Entschädigung und Unterhaltung wäre die Gründung eines Verbands, der alle Oberlieger des Bullenbruch-Polders einbezieht. Ob das funktioniert, sei unklar. Bei diesen und anderen Projekten sei es häufig das Problem, dass die Betroffenen gerne von einer Maßnahme profitieren, sich aber nur ungern finanziell daran beteiligen würden.