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Buxtehude 2012: Immer für politische Überraschungen gut

Überraschung mit Vorwarnung: Katja Oldenburg-Schmidt will 2014 parteilose Buxtehuder Bürgermeisterin werden (Foto: Foto: archiv)

tk. Buxtehude. Es ist Zeit, auf zwölf Monate Höhenflüge, Bruchlandungen und faustdicke Überraschungen in der Buxtehuder Politik zurückzublicken. Bemerkenswert ist die Beziehungskrise einer politischen Freundschaft: Im WOCHENBLATT stand, dass die beiden "ABs" unzertrennlich sind, fast immer in eine gemeinsame Richtung marschieren. Aber: Die SPD-Fraktionschefin Astrid Bade und ihre CDU-Kollegin Arnhild Biesenbach zerrten zumindest am Ende des Jahres an den entgegengesetzten Seiten des zerissenen Rats-Tischtuchs. Die SPD vehement für Steuererhöhungen, die CDU genauso überzeugt dagegen.

Ob das den zarten Banden der Freundschaft schadet? Gradmesser dafür könnte vielleicht das Duzen und Siezen sein. Solange sich die beiden Frontfrauen nur in Sitzungen mit "Frau Biesenbach" und "Frau Bade" ansprechen, ist menschlich wohl noch alles in Butter.
Hans-Uwe Hansen trägt den Titel "SPD-Urgestein" endlich mit Fug und Recht trägt. Nachdem er das Bundesverdienstkreuz bekam, wurde er für ununterbrochene 40-jährige Mitgliedschaft im Rat geehrt. Hansen verkündete, dass ihm Politik noch immer Spaß mache und nicht nur die eigene Partei versicherte, wie dringend er gebraucht wird, dürften die Ehrungen zum 50. und 60. Ratsjubiläum nicht ausgeschlossen sein.

Mehr Luftschlösser bauen?

Die größte Pleite des vergangenen Jahres hat sich in ein Happy-End verwandelt: das Zittern und Bangen ums Werden des Rathausquartiers. Von Januar bis September vertröstete der Stader Investor Helmut Lührs die Buxtehuder: "Das wird noch". Es wurde nichts, bis mit Karl-Heinz Ebert ein neuer Geldgeber einstieg. Die maroden Gebäude sind weg, an der Gründung für das neue Geschäfts- und Wohnviertel wird gearbeitet.
Eine Art Überraschung mit Langzeit-Vorwarnung war die Ankündigung der Ersten Stadträtin Katja-Oldenburg Schmidt, dass sie 2014 parteilose Buxtehuder Bürgermeisterin werden will. Wenn eine der beiden großen Parteien jetzt nicht eine Superfrau aus dem Hut zaubert, könnte die Wahl gelaufen sein, bevor der Wahlkampf begonnen hat. In Abwandlung des Buxtehude Slogans "Schlau, wer schon da ist" sollte es heißen "schlau, wer jetzt aufspringt" - auf den Oldenburg-Schmidt-Kandidatinnen-Zug. Mit dem Geld, dass die Parteien für Plakate mit dem eigenen Kandidat/Innen-Konterfei sparen, ließe sich doch einiges bewegen.
Und schließlich - wenn die beiden "ABs" wirklich nicht mehr ein Herz und eine Seele sein sollten, gibt es vielleicht den Hoffnungsschimmer einer neuen Männerfreundschaft in der Polit-Szene. Grüne und Christdemokraten sind sich beim Steuerstreit ein Stück näher gekommen. Gehört die Zukunft vielleicht "LH & ML"? Lorenz Hünnemeyer (CDU) und Michael Lemke (Grüne). Einst haben sie sich ganz schön beharkt, doch es gibt eine Leidenschaft, die sie jenseits der Politik verbindet: Autos mit ordentlich PS unter der Motorhaube. Da könnte was gehen - total trendy und neudeutsch: "Black & Green Power for Buxtetown".