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Buxtehude: Darum hat der Bau des Kreisverkehrs so lange gedauert

Nur noch "Schönheitsarbeiten" stehen an. Dennoch drängt die Stadt auf Nachbesserungen beim Kreisverkehr (Foto: tk)
 
Das war das Mega-Ärgernis: Lange Staus durch die Baustelle (Foto: tk)

tk. Buxtehude. Pleiten, Pech und Pannen - unter dieser Überschrift lässt sich die Bilanz zusammenfassen, die Verwaltung und Planungsbüro im Buxtehuder Bauausschuss zum Bau des Kreisverkehrs an der Estebrügger Straße gezogen haben. Die Arbeiten hatten sich deutlich verzögert und sind teurer geworden. "Das ist schlecht abgelaufen", sagte Rolf Rudorffer vom Planungsbüro "Galla und Partner" aus Horneburg. Tiefbauchef Jörg Rönner ergänzte: "Der Verein war unzuverlässig." Mit "Verein" war die Baufirma gemeint, die bei der Ausschreibung als günstigster Anbieter den Zuschlag bekommen hatte. Die Ausschussmitglieder waren sichtlich überrascht, was bei diesem Projekt alles schiefgelaufen war.



Aus Verwaltungssicht das Hauptproblem: Das Unternehmen, das den Zuschlag bekommen hatte, sei seinen Pflichten nicht nachgekommen. Die Arbeit der Subunternehmer wurde nicht koordiniert und terminierte Arbeiten - etwa die Asphaltierung - wurden erst verspätet durchgeführt. Laut Rudorffer sei die Baufirma insgesamt 14 Wochen nicht mit eigenem Personal auf der Baustelle gewesen.

Hinzu kam, dass sich der Untergrund in einem Teilbereich aufgrund von Gebäuderesten und Findlingen als weniger stabil als gedacht erweisen habe. Dadurch sei eine zusätzliche Zementierung erforderlich gewesen. Schon darüber habe es Diskussionen mit der Baufirma gegeben, so Planer Rudorffer.

Als es an die Asphaltierung ging, dies habe der GU selber machen wollen, seien Arbeiter und Maschinen anderswo eingesetzt gewesen. Erst Wochen nach dem vereinbarten Termin sei der Straßenbelag fertig gewesen. Auch bei der Markierung habe es Fehler gegeben, die allerdings erst behoben werden, wenn die weißen Linien in einigen Jahren saniert werden. Der Kreisverkehr sei noch nicht abgenommen worden und die Stadt erwarte Nachbesserungsarbeiten.

Was hätte anders, was besser gemacht werden können?, stand als Frage im Mittelpunkt. John Basedahl, Architekt und beigeordnetes Mitglied im Ausschuss, fand die Zahl der Probebohrungen zur Erkundung des Baugrunds zu gering. "Statt sechs wären 20 richtig gewesen. Dann hätte zumindest das Problem mit dem Baugrund verhindert verhindert werden können." Helmut Wiegers (AfD) regte an, dass die Koordination solcher Projekte künftig besser bei der Stadt liegen sollte.

Warum wurden keine Vertragsstrafen verhängt, bzw. das Unternehmen nicht entbunden?, wollten die Politiker wissen. Laut Bauverwaltung werden Strafzahlungen "eingepreist", so Jörg Rönner, wenn sie Bestandteil der Ausschreibung seien. Die Firma auszutauschen sei keine Alternative gewesen. Es finde sich auf die Schnelle keine Firma, die übernehmen könne. Rönner: "Rauswurf oder Drohungen mit Strafzahlungen sind ein Abwägungsprozess." Man habe zudem den Eindruck, dass neben dem Bauleiter gleich der Rechtsanwalt der Unternehmen sitze, ergänzte Erster Stadtrat Michael Nyveld. "Das ist frustrierend und hat keinen Spaß gemacht", zog er als Fazit des langen Kreiselbaus. Unterm Strich haben die Arbeiten rund zwei Monate länger als geplant gedauert. Außerdem macht der Generalunternehmer Mehrkosten in Höhe von 150.000 Euro geltend. Darüber wird noch verhandelt. vielleicht auch gestritten.

• Ein Mitarbeiter der betroffenen Baufirma Kemna weist die Kritik zurück. Er betont, dass man aus seiner Sicht partnerschaftlich und kundenorientiert zusammengearbeitet habe.

• Es sind noch einige Fragen offen: Warum wurden zum Beispiel nur sechs Bohrungen zur Baugrundanalyse gemacht. Und: Ist das öffentliche Ausschreibungsrecht wirklich so ein enges Zwangskorsett, dass Kommunen kaum mehr Spielräume haben? Das WOCHENBLATT bleibt bei diesem Thema am Ball. tk. Eine Konsequenz aus dem "Kreisel-Desaster" könnte eine bessere Information der Öffentlichkeit sein, so Erster Stadtrat Michael Nyveld. Es hätte zum beispiel kommuniziert werden können, warum die Ampelschaltung so getaktet war, dass sie für Autofahrer zu Rückstaus führte. Grund: Die Berechnung der Rotphasen geht von den langsamsten Verkehrsteilnehmern aus. In diesem Fall waren es die Radfahrer.
Während der laufenden Bauarbeiten die beteiligte Firma als Urheber für Probleme zu nennen, sei dagegen problematisch. "Wenn die Atmosphäre ohnehin nicht harmonisch ist, wird sie dadurch nicht besser", so Nyveld. Oberstes Ziel sei es gewesen, das Projekt über die Bühne zu bringen. Besser
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