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Buxtehude: Ergebnis überrascht nicht

Als Integrationsvorbild führt Michael Lemke (Grüne) die AMJ-Moschee in Stade an (Foto: archiv)

Moschee-Pläne kommen nicht voran / Grünen-Vorsitzender Lemke: „Eine peinliche Nummer“

ab. Buxtehude.
Kein Licht am Ende des Tunnels für die Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde (AMJ): Die Stadtverwaltung wird nicht prüfen, welche Grundstücke in Buxtehude für einen Moschee-Bau zur Verfügung stehen könnten. Wie berichtet, stimmte auf der jüngsten Ausschusssitzung eine Mehrheit der Politiker gegen einen entsprechenden Antrag der Grünen und Linken.

Das Ergebnis habe ihn nicht überrascht, sagte AMJ-Sprecher Ata Shakoor gegenüber dem WOCHENBLATT. Vielmehr verwundere ihn immer wieder, dass der Bau einer Moschee im Buxtehuder Gewerbegebiet so viele Probleme bereite, in anderen Städten aber nicht: „Es heißt, die Flächen sollen im Bestand der Stadt Buxtehude bleiben, um weitere Gewerbeansiedlung zu ermöglichen. Außerdem darf angeblich im Gewerbegebiet laut B-Plan keine Moschee gebaut werden.“ In der Ausschusssitzung hatte Shakoor vorgeschlagen, diesen Satz zu streichen. „Deutschlandweit gibt es viele Moscheen, die in Gewebegebieten stehen. Andernorts scheint es nicht verboten zu sein“, vermutet er.

Zwei Grundstücke hat die AMJ gerade ins Auge gefasst: Eines davon liegt an der Felix-Wankel-Straße, ein weiteres in der Straße „Am Bahnhof“ Ottensen, beides sind Gewerbegebiete. Das könnte die Chance eines Grundstückserwerbs erneut mindern. Noch besitzen die Mitglieder der AMJ das Grundstück am Alten Postweg, was sie jedoch nicht bebauen dürfen (das WOCHENBLATT berichtete). Dabei, davon ist Ata Shakoor überzeugt, wäre eine Moschee auch eine Bereicherung für die Hansestadt, beispielsweise wenn Schulklassen sie besuchen würden.

Für den Grünen-Fraktionsvorsitzenden Michael Lemke ist die Abstimmung eine herbe Enttäuschung. „Ich bin davon überzeugt, dass die Verwaltungsspitze und zwei große Parteien das Thema nicht angehen wollen“, sagt er. Seiner Meinung nach gebe es bei einigen Ausschussmitgliedern „große Defizite im Verhalten“. „Eine peinliche Nummer“, schimpft er und sieht Aufklärungsbedarf.

Lemke schlägt einen Besuch in Stade vor: Dort sei die Stader AMJ-Gemeinde mit ihrer Moschee hervorragend integriert worden.