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Buxtehude: Grüne Vision für den Bahnhof

Grünen-Ratsherr Michael Lemke (Foto: tk)
bc. Buxtehude. In der parlamentarischen Sommerpause haben auch ehrenamtliche Lokalpolitiker ein wenig mehr Zeit, sich abseits des Alltagsgeschäftes Gedanken über die Zukunft ihrer Stadt zu machen. Michael Lemke hat es getan. Der Grüne Ratsherr hat eine Vision für das Buxtehuder Bahnhofsumfeld entwickelt und will diese - vorsichtig formuliert - mutige Idee nun in die politische Diskussion einbringen.

"Seit Jahren verkommt der Bahnhof zu einer wenig einladenden Visitenkarte. Das muss nicht sein. Der Bahnhof hat das Potenzial Aushängeschild, Alleinstellungsmerkmal und Treffpunkt zu sein", sagt Lemke.

So sieht sein Plan aus: Der Bahnhof soll ein Kunstwerk werden. Ähnlich wie der in Uelzen, bundesweit bekannt als Hundertwasser-Bahnhof. Das ursprüngliche Empfangsgebäude in Uelzen wurde im Zuge eines Expo 2000-Projektes nach den Plänen des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser umgebaut. Heute ist der Bahnhof eine Touristenattraktion der Stadt. "Dieser Bahnhof lebt", so Lemke.

Im Gegensatz zu dem in Buxtehude: Vor allem die Nordseite mit der in die Jahre gekommenen Wartehalle und dem riesigen Fahrradstellplatz gefällt Michael Lemke überhaupt nicht: "Das ist kein Willkommenspunkt." Sein Vorschlag sieht den Ankauf des DB-eigenen Bahnhofsgebäudes durch die Stadt vor. Künstler könnten das marode Haus aufhübschen.

Neben dem ästhetischen Facelift sprudeln aber auch inhaltliche Ideen aus dem Grünen-Politiker heraus. Im modernisierten Gebäude könnten ein Fahrradstützpunkt, eine Werkstatt, Unterstellräume, eine Mietstation, eine Zweigstelle der Stadtinformation, ein DB-Büro, eine Kaffeestation der Lebenshilfe, und, und, und untergebracht werden. "Das Highlight könnte ein Hostel für Besucher sein. Als Alternative zu den Betten im Sportlerheim. Die Zimmer könnten ebenfalls von Künstlern gestaltet werden", sagt Lemke.

Es sei nicht erforderlich, das Gebäude umfangreich umzubauen. Ziel sollte es sein, ein fünfjähriges Sanierungsprogramm zu entwickeln, das behutsam die Ideen der späteren Nutzer aufnimmt. Lemke macht ernst: "Ich würde das Projekt aus der Politik aufnehmen und in einem noch zu entwickelnden Kreis, evtl. einem Verein, zum Erfolg führen." Klingt vielversprechend, ist bis jetzt aber tatsächlich nicht mehr als eine Idee.

• Wie berichtet, wollten schon viele das schlechte Image des Bahnhofs aufpolieren. So stellten z.B. 2009 angehende Bauingenieure der Hochschule 21 Ideen vor, wie der Buxtehuder Bahnhof umgestaltet werden könnte, damit er wieder attraktiv wird. Der CDU-Stadtverband hatte damals den Anstoß dafür gegeben. Die Vorschläge reichten von Programmkino über ein Burger-King-Restaurant bis hin zu Jugend- und Bandübungsräumen. Viel passiert ist in den vergangenen sechs Jahren leider nicht.