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Buxtehuder Bahnhof: Es gibt gute Ideen, aber...

Leerstand und schleichender Verfall: der Buxtehuder Bahnhof (Foto: tk)
... die Bahn will den Bahnhof nicht verkaufen / Die Stadt bleibt am Ball

tk. Buxtehude. "Beim Runden Tisch Bahnhof werde ich das Thema wieder aufnehmen", sagt Ralf Dessel, Fachbereichsleiter der Buxtehuder Stadtverwaltung. Der vor einigen Jahren mit Vertretern von Stadt, Polizei und Bahn initiierte Arbeitskreis wird Anfang 2017 wieder tagen. Ralf Dessel will dann den anhaltenden Leerstand im Bahnhofsgebäude ansprechen. Es sei eine altbekannte und leider immer wieder zutreffende Tatsache: Wenn ein Gebäude verfalle, das Umfeld ungepflegt wirke, ziehe das unaufhaltsam Negatives nach sich. Ein dunkles Bahnhofsumfeld mit einem seit Jahren leerstehenden Gebäude sei schon jetzt Ursache für "gefühlte Unsicherheit bei manchen Bürgerinnen und Bürgern", so Dessel.
Auch Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt hat gegenüber dem WOCHENBLATT mehrfach betont, wie wichtig ihr eine Aufwertung von Bahnhof und Umfeld sei. Gleichwohl: Buxtehude kann eine Verbesserung, gar den Kauf des Bahnhofs, als Ziel verfolgen, an der Bahn beißt sich die Kommune derzeit die Zähne aus. Im August hatte die Redaktion bei Bahnsprecher Egbert-Meyer Lovis nachgefragt: Soll die Immobilie verkauft werden? Gibt es einen konkreten Mietinteressenten? Letzteren gibt es bis heute nicht und an einen Verkauf denke die Bahn derzeit nicht.
Was die Stadt als Möglichkeit für eine zukünftige Nutzung im Blick hat: Der Bahnhof würde sich hervorragend für eine Fahrradverleih-Station samt Werkstatt für Drahtessel und eine gesicherte Gepäckaufbewahrung für die wachsende Zahl von Rad-Touristen eignen.
Dass Gespräche über Kauf und Nutzung fremder Immobilien nicht immer eine komplizierte Angelegenheit sein müssen, hat Ralf Dessel bei den Verhandlungen mit dem Land über den Erwerb des ehemaligen Polizeikommissariats an der Grothe-Marie-Straße festgestellt. "Das war ergebnisorientiert, schnell und unkompliziert", sagt er. Inzwischen sind dort Flüchtlinge untergekommen und später soll der Wohnraum dem freien Markt zur Verfügung gestellt werden (das WOCHENBLATT berichtete). Bei der Bahn gehen die Uhren deutlich langsamer: Laut Pressestelle gibt es noch keinen Interessenten für die Räume im Bahnhof. Ob das vielleicht an den Kosten und dem Zustand liegen könnte?