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Buxtehuder Hochwasserschutz wurde vertagt

Die Este, hier im Stadtpark, bleibt einstweilen ohne Deiche und Spundwände (Foto: tk)
Berechnunsgrundlagen für die "Starkregen-Jahrhundertflut" müssen überarbeitet werden

tk. Buxtehude. Der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasser,- Küsten- und Naturschutz) hat bei der Berechnung für ein sogenanntes hundertjähriges Hochwasser in Buxtehude mit deutlich mehr Wassermassen gerechnet, als tatsächlich durch die Este rauschen und Teile der Stadt überfluten würden. Jetzt hat sich herausgestellt, dass die Wassermenge, ausgelöst durch Starkregen, bei diesem Jahrhundertereignis geringer wäre. Das hat unter anderem zur Folge, dass die geplanten Spundwände und Minideiche niedriger sein könnten und nicht alle Flächen überflutet würden, die bislang als hochgradig gefährdet gelten. Diese Grundstücke, egal ob in Stadt- oder Privatbesitz, sind vom NLWKN vorläufig als Überflutungsgebiete gesichert worden. Das heißt: Bauen ist dort verboten.

Nicht nur potentielle Bauflächen, sondern der gesamte Hochwasserschutz mit den geplanten Minideichen ist von der erforderlichen Neuberechnung betroffen. "Wir rechnen bei der Deichplanung mit einer Verzögerung von zwei bis drei Jahren", sagt Eckhard Dittmer von der Stadtentwässerung. Über die neuen unmd exakten Berechnungsgrundlagen und die Konsequenzen berichtete er jüngst im Betriebsausschuss. Das NLWKN brauche vermutlich solange, um die Neuberechnung durchzuführen. Dittmer spricht von "einem Dilemma". Denn die Befürworter des innerstädtischen Deichbaus monieren schon seit Monaten, dass die Planung aufgrund der unterschiedlichen Hochwasser-Berechnungen auf Eis liegt.

Die Stadtverwaltung prüft jetzt sehr genau, was die Folgen der Neuberechnung durch das NLWKN sein könnten. Denn - juristisch ein wenig spitzfindig betrachtet: Wenn die Grundlagen falsch sind, gibt es derzeit auch kein offizielles Überflutungsgebiet. Wenn es das nicht gibt, könnten manche Flächen, die erzwungenermaßen brach liegen, vielleicht doch entwickelt werden. "Wir haben zumindest die Hoffnung, dass wir ein Stück Planungshoheit zurückbekommen", sagt Dittmer.

Die schlechten Nachrichten für die Deichbaubefürworter dürften dagegen bei den Gegner der Maßnahme gute Laune auslösen. Sie setzen auf Wasserrückhaltung im Oberlauf. (tk). Ein Projekt, das mit Hochwasserschutz zu tun hat, kommt voran: Der Sandfang bei Daensen. Konkrete Pläne dafür werden jetzt erstellt und der Betriebsausschuss wird darüber vermutlich Anfang 2017 diskutieren.
Der Sandfang ist ein Teil der Hochwasserschutz-Maßnahmen, die beim "Klee"-Projekt zusammen mit dem Landkreis Harburg und anderen Este-Anrainern entwickelt wurde.

Das Ziel: Der Sand, der aus dem Oberlauf gen Buxtehuder Mühlenteich gespült wird, soll bei Daensen "eingefangen" werden. Das würde dazu führen, dass der Mühlenteich und nachfolgend die Este bis zum Graniniwehr und Hafen nicht mehr so stark versanden. das spart Geld für aufwändige Ausbaggeraktionen und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Este bei Starkregen mehr Wasser durch die Stadt transportieren kann, weil sie mit weniger Sandfracht tiefer ist und mehr Stauraum für Wassermassen bietet. Der Sandfang wird geplant