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Buxtehuder Kunstpreis: Scheitern ist manchmal eine Chance

Inspiration in der Artothek: Der Kulturausschuss besichtigte die runderneuerte Einrichtung, bevor über die Neuausrichtung des Kunstpreises diskutiert wurde (Foto: tk)
Nach Eklat bei Verleihung: Jetzt denkt Buxtehude richtig groß

Buxtehude. "Zunehmend setzt sich die Erkenntnis durch, dass im Alltag und im Berufsleben, in den
Auf ein Wort
Wissenschaften, in der Natur und in der Kunst Fehltritte und Irrtümer nicht nur nicht vermeidbar sind, sondern geradezu als evolutionäre Bedingung für die Entstehung von immer wieder anderen, weiterführenden Verfahren und Ergebnissen gelten können." Diese schönen Worte haben eine Ausstellung zum Thema Scheitern in Hildesheim begleitet und Buxtehudes Kunst- und Kulturexperten in Politik und Verwaltung haben sie sich offenbar zu Eigen gemacht.

Die Verleihung des Preises "KünstlerInnen sehen Buxtehude" vor einigen Wochen war krachend gescheitert. Künstler Erwin Hilbert aus Tostedt zog samt Bild wütend von dannen und schimpfte über den Dilettantismus der Jury, die keinen ersten Preis vergeben hatte, weil niemand verstanden hätte, was eigentlich gewollt war (das WOCHENBLATT berichtete). Dieses Scheitern lassen die Kunstpreismacher nicht auf sich sitzen und denken als Konsequenz in größeren Dimensionen: Der Buxtehude Kunstpreis, bislang auf die Region beschränkt, soll die ganze Metropolregion Hamburg erobern.

Der Kulturausschuss hörte sich am Donnerstagabend an, was Torsten Lange, oberster Kulturverwalter der Stadt, und Ausschusschefin Christel Lemm (SPD), die auch Mitglied der Kunstpreisjury ist, sich an Neuerungen überlegt hatten: Der Preis wird nur noch alle zwei Jahre vergeben. Bewerben können sich alle Künstler - entweder akademisch ausgebildet oder nachgewiesen sehr aktiv mit Ausstellungen - aus der Metropolregion. Das Thema soll, gute Idee, künftig ganz klar kommuniziert werden. Außerdem erfolgt durch die Jury eine Vorauswahl. Zudem können Besucher mitentscheiden. Ihre Stimmen zählen ein Viertel bei der Sieger-Kür. Die Öffentlichkeitsarbeit soll intensiviert werden, damit auch hochkarätige Künstlerinnen und Künstler darauf aufmerksam werden.

Die Ausschussmitglieder nahmen das wohlwollend zur Kenntnis und die Buxtehuder Künstlerin Ruth Albrecht ermunterte: "Kunst ist ein Teil Meinungsfreiheit."
Nur Peter Schmidt fand das neu Gedachte noch zu klein. "Lass uns den Kunstpreis so anpacken wie den Buxtehuder Bullen", forderte er. 5.000 Euro Preisgeld und ein Pendant zur kiloschweren Bullen-Skulptur, waren seine Ideen. Das war der Mehrheit aber zu viel des Großen. "Think Big" kommt wohl erst dann, wenn das nächste Scheitern nach einer weiteren Chance ruft.
Tom Kreib