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Buxtehuder Moschee-Pläne liegen auf Eis

In anderen deutschen Städten - auf dem Foto Vechta - werden Moscheen in Gewerbegebieten errichtet. In Buxtehude geht das nicht (Foto: AMJ)
Ahmadiyya Muslim Jamaat wünscht sich mehr Unterstützung

tk. Buxtehude. Es ist still geworden um die Pläne der muslimischen Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde (AMJ), in Buxtehude eine Moschee zu bauen. Sprecher Ata Shakoor übt inzwischen leise Kritik an der Bürgermeisterin. "Wir erwarten keine Wunder, aber wir wollen wahrgenommen werden." Was die AMJ derzeit bewegt: Es war ohne weiteres möglich, für den Estering den Bebauungsplan (B-Plan) zu ändern, und damit dem ACN (Automobilclub Niederelbe) eine intensivere Nutzung zu ermöglichen. Es scheint aber ausgeschlossen zu sein, dass ein B-Plan so geändert wird, dass die AMJ im Gewerbegebiet eine Moschee bauen könnte.



"Wir haben schon konkrete Gespräche über mehrere Grundstücke im Gewerbegebiet geführt", sagt Ata Shakoor. Die Pläne scheitern aber immer daran, dass ein kirchliches Gebäude dort ausgeschlossen sei. In vielen anderen Städten Deutschlands würden Moscheen der AMJ aber in Gewerbe- oder Industriegebieten stehen, sagt Shakoor.

Er verweist darauf, dass ein Standort dort zudem weniger Konfliktpotential biete. Würde die AMJ in einem überwiegenden Wohngebiet ihre Pläne verwirklichen wollen, wäre vermutlich Anwohnerprotest - schon aufgrund des Verkehrs - programmiert. "Für uns ist die Situation richtig schwierig", fasst der Gemeindesprecher zusammen. Die gemietete Wohnung platze aus allen Nähten.
Von Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt wünscht sich die Gemeinde mehr Unterstützung. So habe es nach einem ersten Gespräch laut Shakoor keine Fortsetzung mehr gegeben.

• Hintergrund der Probleme: Die Buxtehuder AMJ hatte am Alten Postweg bereits ein Grundstück gekauft, um dort eine Moschee zu bauen. Die Bauvoranfrage war von der Stadtverwaltung positiv beschieden worden. Die Pläne scheiterten überraschend daran, dass die Chemiefirma Synthopol durch eine Werkserweiterung einen breiten Schutzradius beansprucht. Neubauten mit öffentlicher Nutzung, worunter die Moschee fällt, werden in diesem Radius von mehreren Hundert Metern nicht erlaubt. Seit zwei Jahren ist die Gemeinde daher auf der Suche nach einem neuen Bauplatz.