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Buxtehuder Slip-Anlage: Nutzlos oder voll einsatzbereit?

Slip-Anlage und Kran: Sind sie voll funktionstüchtig oder nicht, was Wassersportler argwöhnen

tk. Buxtehude. Mit dem "Nutzlos-Ponton", der jahrelang abgesperrt in der Este dümpelte, hat Buxtehude für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Der Steuerzahlerbund kritisierte Geldvernichtung. Der Steg war bei Flut nicht begehbar und ohne Geländer zu gefährlich. Ein Segler vermutet jetzt, dass es in Buxtehude einen zweiten Fall von Geldverschwendung für maritime Infrastruktur gibt: Die Slip-Anlage im städtischen Hafen und der dazugehörende Kran werden nach seiner Beobachtung nicht benutzt. Der Grund: Sie sollen so gebaut sein, dass sie ihren Zweck gar nicht erfüllen.

Die Slip-Anlage ist eine schräge Betonrampe, über die Boote ins Wasser gelassen werden. Ein Wassersportler des benachbarten Vereins BWV Hansa: "Die Slip-Anlage ist zu kurz und zu steil." Dort könnten allenfalls Schlauchboote zu Wasser gelassen werden. Der Segler, der die Redaktion auf das mutmaßliche Problem aufmerksam gemacht hat: "Wer hier ein Boot in die Este bekommen will, wendet sich ohnehin an den BWV."

Der stadteigene Kran, der dazu dienen soll, Masten aufzurichten, werde nicht benutzt, so der Wassersport-Experte, weil der Korb oben, von dem aus die Anlage bedient wird, zu eng sein soll. Aus Sicherheitsgründen sei der Betrieb nicht möglich. Sollte ein Segler Bedarf an der städtischen Technik haben, müsse ein Lkw des Baubetriebshofs die Aufgaben des Mastenkrans übernehmen.

Der Nutzlos-Ponton hatte 70.000 Euro gekostet. Nach Jahren des Debattierens und Planens wurden weitere Mittel - rund 10.000 Euro - investiert und er liegt jetzt vor dem Kulturforum und dient als Anleger. Was sagt die Stadt? Gibt es einen zweiten Fall von gravierender Fehlplanung im Hafen?

Kran und Slip-Anlage wurden im Rahmen der Hafensanierung 2005/2006 saniert, so Stadtsprecherin Kerstin Geresser. Sie seien wieder in einen vollkommen funktionstüchtigen Zustand versetzt worden. Genaue Zahlen zur Nutzung sollen nicht vorliegen. Zwei Mal im Jahr werde der Kran zum Richten der Masten eingesetzt. Jüngst auch beim Umzug des Pontons. Am Kran fehle nur der Flaschenzug, der sonst gestohlen werden könnte.

Dass ein Lkw vom Bauhof bei Bedarf komme, liege daran, dass das für die Mitarbeiter praktischer sei. "Der Kran funktioniert", so Kerstin Geresser. Über die Slip-Anlage sollen laut Stadtverwaltung auch größere Boote - maximal kleine Motorboote - zu Wasser gebracht werden können.

Was - unabhängig von ihrer Funktionstüchtigkeit - den Ansturm von Wassersportlern auf die städtische Infrastruktur verhindern dürfte: Die Benutzung der Slip-Anlage ist nur nach telefonischer Anmeldung möglich und die Kosten werden nach tatsächlich entstandenen Arbeitsaufwand abgerechnet - so die Benutzungsordnung für den Buxtehuder Hafen.

Die Frage, ob die Anlage funktioniert und benutzt wird, hat einen kritischen Buxtehuder schon so weit beschäftigt, dass er einen kurzen Film auf die Video-Plattform Youtube gestellt hat. Seine Mutmaßung: Es ist wie beim Nutzlos-Ponton.
Der blaue Mastenkran erzeugt beim Anschauen aber eine schöne maritime Atmosphäre. Und die Hansestadt Buxtehude will in Zukunft schließlich stärker auf maritimen Tourismus setzen.