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"Causa Buxtehude" - ein Stück fürs Politiklehrbuch

tk. Buxtehude. Wenn die Geschenke aus Berlin und Hannover üppig genug ausfallen, scheint eine Rücknahme der Buxtehuder Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss der A26 sicher. Das die Autobahn nicht erst in ferner Zukunft kommt, ist richtig. Die Aktionen der vergangenen Wochen, nachdem der Rat die Fortführung der Klage beschlossen hatte, ist dagegen mehr Kuhhandel als Politik.
Der Deal: Die Stadt zieht ihre Klage zurück und darf vielleicht den Titel "Hansestadt" tragen. Außerdem wird vermutlich die Este ausgebaggert.
Doch wo ist der Profit für die Stadt? Neben neuen Ortsschildern - es gibt davon 55 und die kosten zusammen rund 9.600 Euro - wird sich nichts großartig verändern. Wie denn auch? Nicht einmal die Mitgliedschaft in der "Deutschen Märchenstraße" oder die pure Existenz der beiden Fabelgesellen Has' und Igel sind heute schon marketingmäßig ausgereizt.
Und niemand glaubt ernsthaft daran, dass ein eine ausgebaggerte Este und eine Finanzspitze aus Hannover die maritime Entwicklung voranbringen. Vermutlich wären drei Museumsschiffe im Hafen ein größerer Touri-Magnet.
Egal - die Autobahn kommt, udn das ist die Hauptsache, und die Geschenke aus Berlin und Hannover kosten nicht direkt Buxtehuder Kohle - gleichwohl auch sie aus Steuermittel finanziert werden.
Die vergangenen Wochen waren in erster Linie ein Lehrstück über die Kunst des Kuhhandels - pardon, des politischen Kompromisses. Lehrbücher für den Politikunterricht sollten das als "causa Buxtehude" unbedingt aufnehmen.
Am Ende werden allein die mit leeren Händen dastehen, die nur eines wollen: weiterklagen, um die A26-Brücke zu verhindern. Aber das hat eine politische Mehrheit wohl nie gewollt
Tom Kreib