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Containerstandorte bieten Konfliktpotenzial

Es war nicht alles positiv, was der erste Stadtrat Michael Nyfeld und die Fachgruppenleiterin der Fachgruppe Soziales, Wohnen und Senioren Susanne Epskamp gemeinsam mit ihrem Team zu hören bekamen, als sie vergangene Woche über die neuen Unterkünfte für Flüchtlinge informierten. Die Stadtverwaltung hatte dazu in die Aula der Rotkäppchenschule geladen, die mit 90 Teilnehmern, bestehend aus Anwohnern, Interessierten, Ratsmitgliedern und Ehrenamtlichen gut gefüllt war.

Hatten die Anwesenden den Präsentationen von Susanne Epskamp und Michael Nyfeld über die aktuelle Flüchtlingssituation noch relativ gelassen gelauscht, kamen erste Einwände angesichts des gewählten Containerstandorts Altländer Weg/Westmoor. "Wir leben hier in einem sozialen Brennpunkt", warf eine Buxtehuderin ein. "Wir haben hier alles, von Drogenverkäufen, über Vandalisamus und Mord - und hier wollen Sie einen Container aufstellen?"

Doch das wollten andere Anwohner nicht so stehen lassen. "Meine Kinder fahren hier sogar im Dunkeln Fahrrad und es ist noch nie etwas passiert", widersprach eine Besucherin. Die Sicherheit rund um die Altländerstraße sorgte für eine kontroverse Diskussion. Bei einigen Anwesenden machte sich Empörung breit: Der erste Stadtrat würde den Fragen ausweichen, hieß es. Als "Phrasendrescher" wurde Nyfeld beschimpft. Die Standortfrage sei hinter verschlossenen Türen beschlossen worden, ohne die Bürger mit ins Boot zu holen, "widerlich" hätte die Politik gehandelt.

Gelassen machte Nyfeld klar, dass er auf diesem Niveau nicht weiter diskutieren werde, für manchen Skeptiker eine Aufforderung, die Veranstaltung zu verlassen. Doch der überwiegende Teil blieb und diskutierte danach konstruktiv und angeregt über Möglichkeiten zur verbesserten Flüchtlingsintegration.

"Ich wohne hier und werde, sobald der Container aufgestellt ist, direkt draufschauen. Aber ich bin sehr dankbar, dass ich hierbleiben kann und meine Heimat nicht verlassen muss." Mit diesem Statement sprach eine Anwohnerin vielen Anwesenden aus dem Herzen und erntete großen Applaus. Susanne Epskamp berichtete von den positiven Erfahrungen in der Bebelstraße und dem guten Verhältnis zwischen Flüchtlingen und Anwohnern. "Sollte es irgendeine Art von Problemen geben, wenden Sie sich bitte sofort an uns", bat die Fachgruppenleiterin. Hilfe sicherte Susanne Epskamp den Anwesenden auch in Fragen der Sicherheit im Gebiet Sagekuhle-Altländer Straße zu.

Derzeit leben 244 Flüchtlinge in Buxtehude, bis auf eine Ausnahme in Wohnungen untergebracht. Weitere 408 Personen werden in diesem Jahr noch erwartet. Derzeit steht kein fester Wohnraum zum Anmieten zur Verfügung, darum stellt die Stadt nun Container auf. Nach der Altländer Straße wird in der Gildestraße ein zweiter Container aufgestellt, ein weiterer danach im Schützenhofweg. Zwischen 30 bis 40 Personen haben darin Platz. Die Container sind einstöckig, ausgestattet mit sanitären Anlagen, und werden an bestehende Kanalisation und Wasserzufuhr angeschlossen.