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"Der Islam will den Frieden"

Auf dem Podium: Abdulla Uwe Wagishauser (AMJ), Dr. Andreas Schwegel (LKA) und Dr. Martin Krarup (Superintendent Buxtehude)

tk. Buxtehude. Erst Paris, am vergangenen Wochenende Kopenhagen: "Die Gefahr islamistischer Terroranschläge auch in Deutschland ist real, sagte Dr. Andreas Schwegel, Leiter der Präventionsstelle politisch motivierte Kriminalität beim LKA in Hannover.

"Gräueltaten mit dem Islam zu begründen ist Etikettenschwindel", betonte Abdullah Uwe Wagishausen, Vorsitzender der muslimischen Gemeinden der Ahamdiyya Muslim Jamaat (AMJ) in Deutschland. Beide waren Referenten der Diskussionsrunde über Islam und islamistischen Terror, zu der die Buxtehuder AMJ am Mittwochabend ins Kulturforum eingeladen hatte.

Schwegel sprach von einer "Bedrohung auf lange Zeit". Was die Bekämpfung für die Sicherheitsbehörden problematisch mache: "Einzeltäter und Kleingruppen sind schwer zu erkennen."

Die Zahl derer, die in Deutschland potentielle islamistische Terroristen sind, wachse laut LKA-Experte ständig. Rund 1.000 Personen habe das Bundeskriminalamt im Blick, 260 gelten als gefährlich. Hinzu kommt: Gut 600 deutsche Islamisten kämpfen in Syrien und dem Irak. "Kampferfahrene Rückkehrer sind eine Bedrohung", so Schwegel. Für ihn ist das kein deutsches, sondern ein europäisches Problem: Terror kenne keine Grenzen und es seien schon rund 3.000 Kämpfer aus ganz Europa im Nahen Osten.

"Der Islam will den Frieden", sagteWagishauser und zitierte aus dem Koran: "Wer einen Menschen tötet, der tötet die ganze Menschheit."
Der AMJ-Bundesvorsitzende bezeichnete Islamismus und Terror als "große Gefahr". Was Radikale fordern und mit brutalem Terror praktizieren, finde keine Basis im Islam. "Niemand wird gezwungen an einen Gott zu glauben - oder auch nicht", so Wagishauser. Der Islam dränge niemanden "zum rechten Glaube und bestraft nicht die Abkehr. Der IS-Terror in Syrien und Irak huldigt dem Bösen. Ich bin erschüttert, dass der Islam von Kriminellen so missbraucht wird."

Diesen Missbrauch will Dr. Andreas Schwegel, LKA-Experte für politisch motivierte Straftaten, eindämmen. "Ein harter, unverbesserlicher Kern kann aber nur mit den Mitteln der Strafverfolgung bekämpft werden", so Schwegel. Was als Gemeinschaftsaufgabe verhindert werden müsse: "Dass ein Spalt in die Gesellschaft getrieben wird", so der LKA-Mann. Das sei das Ziel von radikalen Kräften. Einig sind sich Wagishauser und Schwegel darin, dass das Wirken radikaler islamistischer Kräfte in Deutschland - etwa den Salafisten - auch dazu führe, dass im rechten und extrem islamfeindlichen Lager die Zahl der Anhänger wachse. Schwegel: "Es geht um den Schutz unserer Freiheit."

In der Frage, wie junge Muslime vor der Radikalisierung bewahrt werden können, sind Schwegel und Wagishauser dicht beieinander: Radikalisierung erkennen, aufklären, Netzwerke bilden. "Wir sind in Deutschland auf einem guten Weg", so Wagishauser über den Dialog von Staat und islamischen Gemeinden. "Junge Salafisten kennen weder unser Grundgesetz, noch die Scharia, die sie einführen wollen."

Aufklärung und Dialog seien dafür wichtig. Buxtehudes Superintendent Dr. Martin Krarup, der die Diskussionsrunde eröffnete, über den Weg junger Deutscher in den Terror: "Diese Menschen entgleiten uns. Das geht uns alle an: Muslime, Christen, Juden und Atheisten."