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Der Kita-Streik ist vorerst beendet

Die vorläufig letzte Demo? Am Mittwoch gingen Erzieherinnen und Erzieher in Buxtehude auf die Straße (Foto: tk)

tk/tp. Landkreis. Mehr als 100 Erzierinnen und Erzieher demonstrierten am vergangenen Mittwoch in der Buxtehuder Innenstadt. Sie wollten damit ihre Forderung nach Aufwertung der wichtigen Jobs und einem höheren Einkommen untermauern. Vielleicht war dies die letzte Demo, des seit mehr als vier Wochen andauernden Streiks in den kommunalen Kitas. Am Montag sind alle Hort- und Kindergartengruppen wieder geöffnet, denn zwischen ver.di und den kommunalen Arbeitgebern beginnt die Schlichtung. Während dieser Phase des Dialogs gibt es keine Streiks.

Neben der guten Nachricht für berufstätige Eltern, dass ihr Nachwuchs wieder verlässlich betreut wird, geht es vielen Müttern und Vätern jetzt um die Rückzahlung der Betreuungskosten.

Als eine der ersten Kommunen in Niedersachsen und als erste im Landkreis entlastet die Stadt Stade die betroffenen Eltern: Sie bekommen die Gebühren für die Betreuungsausfälle rückwirkend ab Freitag, 8. Mai, erstattet. Die finanzielle Belastung für die Stadt beläuft sich auf 47.000 Euro. Weitere 14.000 Euro macht die Rückzahlung der Kosten für entgangene Verpflegung aus. Der Erste Stadtrat Dirk Kraska betont, dass es sich um eine freiwillige Leistung der Stadt handele, da eine Kommune nach dem Betreuungsrecht nicht bei „höherer Gewalt“ hafte. Doch in diesem Fall habe die Politik, die den Schritt in allen Fraktionen unterstützt, eine Opportunitätsentscheidung getroffen. Auch Apensen wird die Gebühren zurückzahlen.

Angesichts des vorläufigen Streikendes atmet Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber auf, denn die von der Stadt organisierte Notbetreuung lief holprig. Grund war das „Verlässlichkeitsproblem“. Oft konnte die Stadt erst morgens um 8 Uhr über die Besetzung der Notbetreuung informieren, sodass die Eltern auf private Lösungen wie Kinderbetreuung in Kleingruppen in der Nachbarschaft oder bei Verwandten zurückgriffen. Die Folge: Der kommunale Ersatz wurde nicht vollständig in Anspruch genommen.

Unterdessen wird Niebers Ton gegenüber der Gewerkschaft ver.di schärfer. Die Bürgermeisterin, die auf eine mehrjährige Laufbahn bei der IG Bergbau-Chemie-Energie zurückblickt, hat zwar „Verständnis für die Gehaltsforderung“ der Erzieherinnen, nicht aber für die „Instrumentalisierung der Eltern“, die sie "so noch nicht erlebt“ habe. Sie kritisiert, dass sich ver.di in ein kurzfristig zwischen Kita-Eltern und der Stadt Stade anberaumtes Krisengespräch eingemischt habe.
Für Silvia Nieber ist der Streit um die „sehr hohen“ Gehaltsforderungen der Erzieherinnen erst der Anfang: Sie erwartet, dass andere Berufsgruppen wie Kranken- und Altenpfleger nachziehen, was zu weiteren Belastungen der öffentlichen Träger führen könne.