Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Der Staat heizt Mieten an

Wohnungen günstig kaufen und so vermieten, dass das Jobcenter noch gerade für die Miete aufkommt - das funktioniert in Buxtehuse gut (Foto: tk)

Investoren orientieren sich an Maximalzuschüssen durchs Jobcenter / Zahlen sind angeblich geheim

tk. Buxtehude. Die Summe, die das Jobcenter maximal für die Wohnung eines Klienten in Buxtehude bezahlt, ist offiziell eine geheime Verschlusssache: Das Jobcenter verweist auf den Landkreis und Landkreis-Dezernentin Nicole Streitz erklärt, dass das Sozialamt diese Zahlen nicht herausrücke, um den Anstieg der Mieten in der Estestadt nicht noch weiter zu befeuern. Doch genau das passiert, sagen Insider. Die ohnehin überhitzten Mieten steigen weiter, weil Investoren einfache Wohnungen günstig kaufen und die Miete exakt so berechnen, dass sie vom Jobcenter noch gerade eben bezahlt wird.



"Das rechnet sich", sagt ein Kenner des Buxtehuder Wohnungsmarktes. Wer mit genug Eigenkapital günstig eine Wohnung kaufe, könne mit der Jobcenter-Miete die Finanzierung tragen und es bleibe zusätzlich ein Gewinn übrig. Ein anderer Insider kritisiert: "So verschärft der Staat selbst die Krise auf dem Wohnungsmarkt noch zusätzlich."

Buxtehudes Mieterschützer Wolfgang Dietrich setzt mit einem Fall aus seiner Beratungspraxis sogar noch eins drauf: Bei einem Mieter, dessen Wohnung vom Jobcenter bezahlt wurde, war die Heizung lange defekt. Folge: Die Miete wurde um 15 Prozent gekürzt. Diese Mietkürzung, sagt Dietrich, habe sich der Vermieter direkt beim Jobcenter wiedergeholt.
Und so geheim, wie der Maximalzuschuss durchs Jobcenter sein soll, ist er nun wirklich nicht. Die Zahlen stehen unter anderem im öffentlich zugänglichen Wohnraumversorgungskonzept für Buxtehude. 2016 hat das Jobcenter einem Single eine 50 Quadratmeter-Wohnung für maximal 7,88 Euro pro Quadratmeter kalt bezahlt.