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Die Arbeit der AWO-Migrationsberatung Buxtehude: Hilfe für 500 Menschen

Hanne Rathjens und Dierk van Dülmen stellten die Arbeit der Buxtehuder AWO-Migrationsberatung vor (Foto: tk)
Die Arbeit der AWO-Migrationsberatung Buxtehude: Warteschlangen vor den Sprechstunden

tk. Buxtehude. Über einen Mangel an Arbeit können sich Hanne Rathjens und ihre Kolleginnen und Kollegen von der AWO-Migrationsberatung in Buxtehude wahrlich nicht beklagen. Obwohl die Zahl der Mitarbeiter - finanziert unter anderem von Kreis, Land und der Stadt Buxtehude - inzwischen auf sechs aufgestockt wurde, wäre noch Bedarf für mehr Stellen. Rathjens und der Abteilungsleiter der Migrationsberatung, Dierk van Dülmen, stellten ihre Arbeit kürzlich im Buxtehuder Sozialausschuss vor. Was erfreulich ist: "Dass wir gute Arbeit leisten, hat sich herumgesprochen. Viele Ratsuchende kommen von selbst", sagte Hanne Rathjens.

Neben den Sprechstunden im Buxtehuder AWO-Büro an der Bertha-von-Suttner-Alle bietet das Team auch Termine im gesamten Südkreis und vereinzelt Hausbesuche an. Die Buxtehuder Berater hatten im vergangenen Jahr 4.055 Kundenkontakte und haben dabei knapp 500 Menschen beraten. Mit Familienangehörigen haben die Fachleute für Asylfragen insgesamt 1.130 Menschen helfen können. Kehrseite der Medaille: Für das einzelne Beratungsgespräch bleiben im Durchschnitt nur 15 Minuten.

Dabei sei die Betreuung besonders dann zeitintensiv, wenn sich das AWO-Team bei Familien auch um Dinge wie Kindergarten und Schule kümmern müsse. "Wichtig ist, dass wir sehr gut vernetzt sind", sagt Hanne Rathjens,

Zentrale Themen der Beratungen sei die Begleitung von Asylverfahren, Fragen zur sozialen Absicherung und Krankenversicherung, aber auch der Wunsch nach Sprach- und Integrationskursen. Weil die ratsuchenden Menschen häufiger mit ihren AWO-Helfern zu tun haben, "entsteht mit der Zeit ein Vertrauensverhältnis", so Rathjens. Das sei wichtig, weil mitunter auch heikle Dinge, wie Gewalt in Beziehungen oder traumatische Erlebnisse während der Flucht, zur Sprache kommen. "Wir haben für alles ein offenes Ohr", so die AWO-Fachfrau.

Was sie immer wieder beobachtet: "Die Menschen wollen unbedingt Deutsch lernen." Was sich dabei aber negativ entwickele: Weil die Asylverfahren sehr lange dauern, würden die Flüchtlinge, die schon Deutsch gelernt haben, ihre Sprachkenntnisse wieder einbüßen, weil sie sich fast nur in ihren Quartieren aufhalten.

Die Arbeit der AWO-Migrationsberatung wird auch in den kommenden Jahren wichtig bleiben. Zu denen, die dort Rat suchen, gehören auch Menschen, die schon lange in Deutschland leben. Angesichts der Flüchtlingswelle aus dem vergangenen Jahr wird der Beratungsbedarf nicht sinken. "An unseren Sprechtagen stehen oft schon 20 Leute vor der Tür", beschreibt Hanne Rathjens den Andrang.