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Dunkelgelb bis Rot: Hier ist die Ampel (oft) völlig egal

Klarer Fall: Die Ampel ist Rot, der Wagen fährt trotzdem in die Kreuzung ein (Foto: tk)
 
Die Ampel auf der Stader Straße hat Grün, doch von rechts kommen noch Autos (Foto: tk)
tk. Buxtehude. Dass es an dieser Kreuzung nicht ständig kracht, ist wohl allein der Tatsache geschuldet, dass die meisten Autofahrer auf Rotlichtsünder vorbereitet sind und bei Grün nicht sofort losfahren. An der Kreuzung Apensener Straße, Stader Straße, An der Rennbahn war schon immer mit Autos - vor allem aus der Stader Straße stadteinwärts - zu rechnen, die trotz Dunkelgelb bis Rot über die Kreuzung fahren. Nach der Umstellung der Ampelsteuerung auf ein System, das verkehrsabhängig schaltet, hat sich die Situation drastisch verschärft. Ein WOCHENBLATT-Leser, der an der Bahnstraße wohnt, hat die Redaktion auf dieses Problem aufmerksam gemacht.
Ortstermin im beginnenden Berufsverkehr am Mittwochnachmittag: Auf der Stader Straße stadtauswärts Richtung Apensen schaltet die Ampel auf Grün. Von der Stader Straße aus Richtung B73 huschen noch zwei Autos über die Kreuzung. Standortwechsel: Jetzt an der Stader Straße mit Blick auf die Kreuzung stadteinwärts: Drei bis vier Autos kommen während einer Grünphase rüber, der Rest nicht mehr. Folge: Bei gut jedem dritten Umspringen auf Rot fährt noch ein Pkw in die Kreuzung ein. Meist nach dem Muster: Erst bremsen, dann wieder aufs Gas treten und rüber.
Der WOCHENBLATT-Leser beobachtet zudem, dass die Autos an dieser Stelle extrem dicht auffahren, um doch noch das Überqueren zu schaffen. "Das ist gefährlich, wenn einer scharf bremsen muss, fährt der Hintermann auf." Auf diesen Missstand hat er die Stadtverwaltung schon mehrfach aufmerksam gemacht. "Passiert ist nichts", kritisiert er. Zuerst sei es der Mehrverkehr in der Vorweihnachstzeit gewesen, der eine Veränderung verhindere, jetzt sei es die Baustelle für den Kreisverkehr an der Estebrügger Straße, die eine Veränderung bei den Rotphasen unmöglich mache.
Das WOCHENBLATT hat bei Buxtehudes Verkehrsplaner Johannes Kleber nachgefragt: "Das ist die problematischste Kreuzung in der Stadt", sagt er. Solange der Verkehr nicht auf der gesamten Achse von der Estebrügger Straße bis zur Apenser Straße normal fließt - und das wird erst im Herbst mit Kreiselbau-Ende sein - können die Ampelschaltungen nicht optimiert werden.
Und danach? "Ein wenig kann nachjustiert werden", sagt Kleber. Zum einen könnten die Grünphasen ein klein wenig verlängert werden. Zudem könne die Umlaufzeit verändert werden. Das ist die Phase, die es dauert, bis eine Ampel von Grün auf die nächste Grünphase umspringt. Eine Umlaufzeit von 100 Sekunden sei wünschenswert, das könnte laut Kelber auf 120 Sekunden ausgedehnt werden. Folge: Es kämen auf der Stader Straße stadteinwärts mehr Autos rüber.
Der Nachteil: Das längere Grün führt an anderer Stelle zu einer längeren Rotphase. Hinzu käme, dass auch die Fußgänger länger warten müssen. "Die empfinden schon 100 sekunden als lang", sagt Kleber.
Das WOCHENBLATT-Fazit: Diese möglichen Veränderungen, auch wenn es nur kleine Eingriffe sind, müssen sein. Denn so ist die Situation unhaltbar. Bis dahin könnte diese Kreuzung als Goldgrube für Bußgelder genutzt werden. Das Nadelöhr hätte das Zeug dazu, Deutschlands bester Bußgeldtopf zu werden.