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Ein Jahr lang faktisch keine Sprachförderung

Andrea Lange-Reichardt Foto: archiv (Foto: archiv)
Der Buxtehuder Jugendhilfeausschuss geht mit der Landespolitik hart ins Gericht

tk. Buxtehude. Der Tagesordnungspunkt "Berichte aus dem Jugendamt" ist selten ein Aufreger. Anders bei der jüngsten Sitzung des Buxtehuder Jugendhilfeausschusses. Verwaltung und Politik gingen mit der Landesregierung - vor allem den Neuerungen im Kita-Gesetz - hart ins Gericht.

Für Jugendamtsleiterin Andrea Lange-Reichardt ist die Art und Weise, wie die Sprachförderung von der Grundschule in die Kitas verlagert wurde ein "absolutes No-go". Das sei zwar grundsätzlich richtig, doch nicht so schnell umsetzbar, wie es die Pläne der Landesregierung vorsehen. Zum neuen Kitajahr im August solle das schon greifen, doch erst im September wolle das Land die Kita-Träger ausführlicher informieren. "Das bedeutet, dass faktisch ein Jahr lang keine richtige Sprachförderung stattfinden wird." Was die Jugendamtsleiterin wirklich bemerkenswert findet, ist die Aussage eines Landesvertreters jüngst auf einer Konferenz der niedersächsischen Jugendämter. Angesprochen auf die Probleme und den unrealistischen Zeitplan habe der tatsächlich gesagt, "das wird sich schon zurechtruckeln".

In Buxtehude soll es ein zentrales Konzept für die Sprachförderung in allen städtischen und freien Kitas geben, so Lange-Reichardt.

Weiterer Kritikpunkt an der Sprachförderungs-Reform: Die Stunden in der Grundschule seien zugleich eine Art Eingewöhnung in den späteren Schulalltag für die Kinder gewesen, bei denen der Übergang von Kita zu Schule erwartbar Probleme bereitet hätte. "Jetzt müssen wir neue Formen der Zusammenarbeit finden", so die Jugendamtschefin.

Weil die Förderstunden jetzt wieder an die Grundschulen fallen, argwöhnte die Buxtehuder Politik unisono: "Schulen haben in Niedersachsen offenbar eine bessere Lobby als Kindergärten." Und: Bei vorangegangenen Reformen sei es um eine Verbesserung der Qualität gegangen. Etwa maximale Gruppengröße und Zahl der Betreuer. Jetzt spiele wohl vor allem die Quantität in Form von mehr Lehrerstunden in der Statistik eine Rolle.