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Eine Klatsche für Estering-Gegner

Auf dem Estering sind mehr als sechs Rennveranstaltungen erlaubt. Zu diesem Schluss kommt jetzt die Buxtehuder Stadtverwaltung (Foto: DRX Media/ACN)
Neben den sechs Rennen sind auch weitere nicht-öffentliche Veranstaltungen erlaubt

tk. Buxtehude. Wird der seit Jahren immer wieder heftig geführte Streit um die Nutzung des Esterings jetzt endlich beendet? Nach einer umfassenden Prüfung aller Untersuchungen und Gutachten zur Nutzung des Motorsportgeländes vor den Toren Buxtehudes an der Moisburger Straße kommt die Stadtverwaltung zu dem Schluss: Über die genehmigten Motorsportveranstaltungen hinaus darf der ACN (Automobilclub Niederelbe) die Strecke auch für Testfahrten oder ähnliches nutzen. Das hatte der ACN beantragt.



Hintergrund: Maximal sechs Rennveranstaltungen sind auf dem Estering gemäß Bebauungsplan erlaubt. Jedes andere Befahren der Strecke ist untersagt. Das heißt auch: Der Verein dürfte nicht einmal mit Baumschinen notwendige Arbeiten durchführen.

Weil der ACN sein Gelände aber auch für Testfahrten von Autokonzernen, Filmaufnahmen oder für Probefahrten von Rallycross-Teams vermietet, wurden in den vergangenen Jahren die sechs erlaubten Veranstaltungen überschritten. Das rief die Estering-Gegner, insbesondere aus der Nachbarschaft, auf den Plan, die auf das strikte Einhalten der Obergrenze drängen.

Weil die Einnahmen aus der Vermietung für den ACN jedoch überlebensnotwendig sind - dadurch werden unter anderem umfangreiche Sanierungsarbeiten finanziert - wollte der Verein eine endgültige rechtliche Klärung herbeiführen. Konkret: Die Festsetzung im Bebauungsplan, der die sechs Veranstaltungen und nichts anderes erlaubt, soll fallen.

Öffentliche und nachbarliche Belange seien nicht betroffen, wenn diese Festsetzung außer Kraft gesetzt werde, urteilt die Stadtverwaltung jetzt. "Nachbarliche Interessen, die nachteilig beeinträchtigt werden, sind nicht ersichtlich", steht wortwörtlich in der Sitzungsvorlage. Begründung: Die Fahrten, die jenseits der Rennen stattfinden, seien nicht-öffentlich. Es gebe weder Besucherverkehr noch zusätzliche Schallimmissionen. Die Auswirkungen der erweiterten Estering-Nutzung seien nicht größer als der normale Verkehr auf der Moisburger Straße.

Die Stadt geht in ihrer Beurteilung sogar noch einen Schritt weiter: Sogar eine Ausweitung der erlaubten sechs offiziellen Rennveranstaltungen würde nicht dazu führen, dass die Immissionsrichtwerte überschritten werden.
Über den Antrag des ACN wird jetzt die Politik entscheiden. Die Grünen hatten in den vergangenen Jahren den Motorsportclub immer wieder für die Nutzung des Esterings kritisiert. Auch die AfD hat bereits erklärt, dass sie die Befreiung von den Festsetzungen ablehne. Bislang waren die übrigen Fraktionen immer Befürworter einer Estering-Nutzung über die sechs Veranstaltungen hinaus.

Ein zentrales Argument von ACN und Fans in der Buxtehuder Politik: Mit den EM- und WM-Rallycrossläufen betreibt der Verein internationales Buxtehude-Marketing. Das soll auch in Zukunft so sein. Und - das macht der Motorsportclub deutlich - nur mit der zusätzlichen nicht-öffentlichen Nutzung des Esterings wird Rallycross in Buxtehude international bleiben.

Wenn die Politik jetzt der Verwaltung folgt, ist das Votum eine Klatsche für die Estering-Gegner.