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Ende der Buxtehuder Deichbaupläne: "Aufs falsche Pferd gesetzt"

Idylle an der Este. Bei Hochwasser kann der Fluss das Stadtgebiet bedrohen Foto: tk
tk. Buxtehude. Die Deichbaupläne in Buxtehude werden nicht umgesetzt (das WOCHENBLATT berichtete). Daher hat der Rat den Planfeststellungsbeschluss während seiner jüngsten Sitzung formell aufgehoben. Die vorangegangene Diskussion zeigte noch einmal, wie viel Zündstoff in dem Thema steckte, das die Stadt in Befürworter und Gegner gespalten hatte.

"Wir haben aufs falsche Pferd gesetzt", meint Guido Seemann (Grüne, Vors. des Betriebsausschusses,) "und dadurch viel Zeit verloren". Als Lehre ziehe er, dass die Politik sehr viel stärker auf die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger hören sollte. Hintergrund: Ein Bürgerbegehren gegen die Pläne wurde abgeschmettert, weil der Rat zuvor den Beschluss zum Deichbau gefasst hatte - nach langen und sehr hitzigen Debatten.

Dass der Bau von Minideichen ad acta gelegt wurde, hätte ausschließlich mit falschen Zahlen und Berechnungen der Landesbehörde NLWKN zu tun. Die Wassermassen bei Starkregen, die Buxtehude bedrohen, seien von 576.000 auf jetzt noch12.000 Kubikmeter geschrumpft.
Horst Subei (SPD) erinnerte daran, dass Buxtehude letztendlich noch immer nicht vor Überflutung geschützt sei. Es müsse jetzt schnell mit einer alternativen Planung begonnen werde. "Bisher haben wir Glück gehabt", meinte auch Heinrich Bröhan (CDU), der  ärgerlich findet, wie viel Zeit und Geld für die Planung umsonst investiert worden sei.
Michael Lemke (Grünen): "Für uns ist das ein Feiertag." Seine Fraktion hatte den Deichbau immer abgelehnt und auf alternative Maßnahmen der Regenrückhaltung im Oberlauf der Este gesetzt.

Was jetzt in Sachen Hochwasserschutz kommt, wird in intensiven Gesprächen mit vielen Beteiligten abgestimmt. Die Landkreise Stade und Harburg sind ebenso wie die Este-Anrainer-Kommunen an Bord.