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Endlich eine Bewerbung: Der Buxtehuder Ratskeller als Irish Pub?

Der Ratskeller wird vorübergehend vom "Kulturforum" genutzt. Soll das so bleiben? (Foto: tk)
 
Tim Franz will den Ratskeller übernehmen. Die Stadt hält ihn aber hin (Foto: tk)
Tim Franz will das Gastro-Gewölbe von der Stadt pachten und bekommt keine zeitnahe Antwort

tk. Buxtehude. Tim Franz betreibt seit zehn Jahren den Irish Pub "Rebels Choice" in der Buxtehuder Innenstadt "Am Geesttor". Er möchte den Ratskeller übernehmen, der im Besitz der Stadt ist. Der Grund: Sein Mietvertrag endet im Dezember. Franz hat sich offiziell um die Pacht beworben und ein detailliertes Konzept vorgelegt. Der Gastronom hat inzwischen den Eindruck, dass er hingehalten wird. Er hat sich im Juli beworben und keine befriedigende Antwort erhalten. Eine Entscheidung werde nicht vor Frühjahr 2016 fallen, wurde ihm schriftlich mitgeteilt.

Das findet Tim Franz erstaunlich, denn die Stadt ist seit Jahren auf der Suche nach einem neuen Pächter. Gibt es einen Konflikt mit dem "Kulturforum", der seit Neuesten den Ratskeller - offiziell aber nur vorübergehend - nutzt? Bis Mai 2016 sind dort schon Veranstaltungen geplant.

Tim Franz bezeichnet seinen Irish Pub als Schmelztiegel für Generationen und unterschiedliche Nationalitäten in Buxtehude. "Das würde die Altstadt beleben", ist er überzeugt. Konzerte und Public-Viewing möchte er im Ratskeller fortsetzen. "Ein weiteres Restaurant braucht Buxtehude nicht", sagt Franz, "ein Pub, das gut läuft, würde der Stadt aber gut tun." Die erforderliche Investition in eine neue Profi-Küche, die der Pächter selbst bezahlen muss, wäre beim Irish Pub nicht notwendig. Hinzu kommt: Tim Franz würde Pacht bezahlen. Das geschieht durch das Kulturforum derzeit nicht.

Weil er das Gefühl hat, mit seinen Ideen für den Ratskeller nicht auf Gegenliebe zu stoßen, hat Franz jetzt mit einer Unterschriftensammlung begonnen. Binnen fünf Tagen haben 700 Menschen für den Umzug in das historische Kellergewölbe votiert.
Michael Lemke, Fraktionschef der Grünen, hat nach seinen Angaben das Thema "Rebels Choice" im Ratskeller in die Politik und die Verwaltungsleitung getragen. Er macht sich für den Umzug stark. Lemke versteht nicht, dass nicht zeitnah eine Entscheidung getroffen wird. Wenn es die Möglichkeit gebe, einen Buxtehuder Gastronomen, der den Ratskeller übernehmen will, als Pächter zu gewinnen, spreche nichts dagegen, diesen Versuch zu starten. "Das finanzielle Risiko trägt dabei nicht die Stadt", sagt Lemke. Investitionen wird Tim Franz bezahlen müssen.
Er möchte den Ratskeller möglichst zum 1. Januar übernehmen. Die Zeit wird knapp.

Das sagt Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt:


"Ich freue mich, wenn es Interesse am Ratskeller gibt", sagt Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, Neben Tim Franz habe erst kürzlich - allerdings nur mündlich - ein weiterer Gastronom Interesse angemeldet. Zudem habe die CDU eine aktuelle Anfrage zum Stand der Dinge in Sachen Ratskeller gestellt. "Das wird jetzt zeitnah in der Politik gehen", so Oldenburg-Schmidt.
Das Kulturforum und der privaten Café-Betreiberin will sie nicht adhoc kündigen. "Wir waren froh, dass sie Leben in den Ratskeller gebracht haben." Das Wochenend-Café laufe bis Oktober mit der Option auf eine Verlängerung bis Ende des Jahres, und das Kulturforum wird den Ratskeller bis Ende 2014 auf jeden Fall nutzen können. Das sei so vereinbart worden.
Nach Ansicht der Bürgermeisterin müsse es vor einer Neuverpachtung ein Gespräch mit den Machern des Kulturforums geben. "Das sind wir denen schuldig." Zudem wünscht sie sich noch ergänzende Infos zu dem Konzept, das Tim Franz vorgelegt hat.

Das Kulturforums-Präsident Dieter Klar:


"Wir stehen nicht im Weg, wenn es einen neuen Pächter gibt", erklärt Dieter Klar, Präsident des Kulturforums zur Nutzung des Ratskellers. Mit der Stadt sei vereinbart worden, dass die Räume bis Ende des Jahres genutzt werden, über die weitere Zukunft dann geredet wird. Dieter Klar hat ein Programm bis Mitte 2016 für den Ratskeller geplant.
Er betont, dass die Stadt auf das Kulturforum zugegangen sei und sich nicht die Kultur-Macher bei der Stadt beworben hätten. Die Röding-Ausstellung sei der Startschuss gewesen. Die Jazzkonzerte im Ratskeller würden sehr gut laufen. Dass es am Wochenende eine Bewirtung mit Kaffee und Kuchen durch eine private Anbieterin gebe, habe für das Kulturforum den Vorteil, dass die Ausstellung geöffnet sei, ohne dass Ehrenamtliche des Vereins dort Aufsicht führen müssen.