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Este-Partnerschaft: Politik macht Druck

IG-Sprecher Rainer Podbielski: Bevor das Wasser die Este hinunterrausche, müsse es in der Fläche zurückgehalten werden
bc. Jork. Es geht nur sehr langsam voran, der partnerschaftliche Hochwasserschutz an der Este scheint ins Stocken geraten zu sein. Zumindest ist das der Eindruck vieler Beteiligter. So hatten die FDP und die AfD unabhängig voneinander zwei Anträge für den jüngst tagenden Umweltausschuss des Kreistages formuliert, die das Verfahren beschleunigen sollten.
Nach Ansicht der Kreispolitiker kommt es jetzt auf die Landkreisverwaltung an. Sie soll sich für eine zügigere Gründung der Este-Partnerschaft einsetzen - unabhängig von der viel diskutierten Frage, ob später zusätzlich noch ein Hochwasserschutzverband gegründet werden soll - so wie ihn z.B. die Gemeinde Jork fordert.
Wie berichtet, hat die Kreisverwaltung schon im November 2016 angekündigt, die Unterzeichnung einer verbindlichen, gemeindeübergreifenden Partnerschaftsvereinbarung zu forcieren, die zum Ziel hat, Fördermittel des Landes für Maßnahmen aus dem 2016 erfolgreich abgeschlossenen KLEE-Projekt (Klimaschutz im Einzugsgebiet der Este) zu erhalten. Dabei geht es u.a. um Renaturierungen oder die Schaffung von Rückhaltebecken im Oberlauf des Flusses. Das Prinzip: Bevor das Wasser die Este hinunterrauscht, muss es in der Fläche zurückgehalten werden.
Während Jork und Buxtehude grundsätzlich bereits zugestimmt haben, einer Partnerschaft beitreten zu wollen, fehlen noch mehrere Gemeinden aus dem Oberlauf der Este, die diesen Punkt noch nicht diskutiert oder bereits abgelehnt haben.
Kritik kam von Seiten der Politik zudem am Paragraf 2 der Vereinbarung auf, der Koordinationsfragen regeln soll. Er sei zu weich formuliert und tauge nicht für eine effektive Zusammenarbeit. Zumal es auch immer noch keinen Koordinator gibt - einen, der bei der Steuerung der Partnerschaft den Hut auf hat. Der Vorschlag der FDP, der Landkreis solle das Zepter übernehmen, zumindest so lange bis ein Verband gegründet sei, wies Kreisbaurat Hans-Hermann Bode zurück. In dem Punkt sei mehr Fingerspitzengefühl gefragt. Er warnte davor, dass der Kreis als Unterlieger der Este alleine die Steuerung übernehme. Besser sei es, einen Koordinator aus dem Oberlauf zu finden.
Rainer Podbielski, Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Este, aus Estebrügge beobachtete die Diskussion im Ausschuss. Er sagt: „Dass im Protokoll festgehalten wurde, der Landkreis solle sich für eine zügige Gründung der Estepartnerschaft einsetzen, stimmt mich zunächst zufrieden. Jetzt kommt es auf die Taten an.“

Lage kritisch: „Es muss schnell gehen“

(bc). So gar nicht einverstanden ist Rainer Podbielski, Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Este, mit der Debatte im Umweltausschuss des Kreistages über das immer höher auflaufende Tidehochwasser in der Este. „Der Landkreis will den Este-Anliegern seine Hilfe verweigern“, so der IG-Sprecher, der selbst direkt an dem Fluss lebt. Die Este verändere sich zusehends und die Hochwasser laufen immer höher auf. Das Wasser reiche an kritischen Lagen an die Häuser heran.
Podbielski: „Das Argument des Landkreises, dass wir Este-Anlieger in einem Überschwemmungsgebiet leben und keine Erwartungshaltung haben dürften, dass wir Anspruch auf Hilfe haben, ist ein Hammer. Stattdessen hätten wir die Pflicht zur Selbsthilfe und könnten Anträge an den Landkreis stellen, um selbst die Uferkante zu erhöhen. Wir reden hier nicht von einem selbst verschuldeten Hochwasser.“
Letztlich stimmte die Politik im Ausschuss - bis auf die SPD - für einen Antrag der Freien Wählergemeinschaft, die Schließzeiten des Este-Sperrwerks so anzupassen, dass der maximale Pegel auf 7,10 Meter bezogen auf Pegelnull begrenzt wird. So könnte das Problem eingedämmt werden.
Podbielski: „Jetzt kommt es darauf an, dass der Landkreis diesen Auftrag ernst nimmt und beim Niedersächsischen Wasserbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz und beim Wasser- und Schifffahrtsamt auf eine geänderte Schließordnung für das Innere Estesperrwerk in Cranz hinwirkt. Es muss schnell gehen, denn die Lage ist kritisch.“