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Estering: Das Ziel ist Planungssicherheit

ACN-Vorsitzender Andreas Steffen: "Wir wollen Planungssicherheit" (Foto: tk)
Der ACN lässt prüfen, welche Nutzung auf dem Estering möglich ist

b>tk. Buxtehude. Die Klage gegen die noch in diesem Jahr ausstehenden Rennen auf dem Estering haben das Fass für den ACN (Automobilclub Niederelbe) zum Überlaufen gebracht. Sie wurden letztendlich vom Verwaltungsgericht Stade abgeschmettert, dennoch steht im Raum, dass der ACN mehr Veranstaltungen durchführt als es der Bebauungsplan hergibt (das WOCHENBLATT berichtete). "Wir wollen jetzt eine endgültige Klärung", sagt Andreas Steffen, Vorsitzender des ACN.

Konkret hat der Club einen Fachanwalt damit beauftragt, die Möglichkeiten und Einschränkungen der Nutzung genau zu prüfen. "Unser Ziel ist Planungssicherheit", sagt Steffen. Hintergrund: Der ACN veranstaltet 2016 zwei Rennen - darunter im Oktober einen Lauf zur EM. Doch mit Testfahren stehen unterm Strich mehr Aktivitäten auf dem Programm, als der B-Plan hergibt. Das Problem: Diese zusätzlichen Einnahmen braucht der Club, um etwa großangelegte Investitionen an der Rallycross-Strecke zu finanzieren. "Wir sind ein Verein und kein Millionärsclub", sagt Andreas Steffen.

Was jetzt auch offiziell ein Thema werden wird: die sogenannte "weiche Nutzung". Das weitläufige Areal vor den Toren Buxtehudes wäre ideal, um Kultur- und Musikveranstaltungen durchzuführen. Was der B-Plan bei strenger Auslegung untersagt. Dieter Klar, Präsident des Kulturforums und Organisator des "International Music Festival Buxtehude" (IMF), wäre nicht abgeneigt, dort ein Klassik-Open-Air zu planen.

Vorsichtig wird dem ACN sogar Unterstützung aus dem Kreishaus signalisiert. Landrat Michael Roesberg: „Der Estering hat als Motorsport-Arena einen Ruf, der weit über die Hansestadt Buxtehude und den Landkreis Stade hinaus geht. Der Estering eignet sich aber ebenso für andere Open-Air-Veranstaltungen wie zum Beispiel Konzerte. Der Landkreis Stade hat als zuständige Behörde bereits erklärt, dass aus Sicht des Immissionsschutzes über den bestehenden Bebauungsplan der Hansestadt hinaus Nutzungen möglich sind. Hansestadt und Betreiber des Esterings gehen den richtigen Weg, wenn sie jetzt die Nachbarn einbeziehen, um zu schauen, welche Veranstaltungsformen dafür in Frage kommen.“

Andreas Steffen: "Es hat sich herumgesprochen, dass wir für Buxtehude und den Landkreis ein europaweit bekanntes Aushängeschild geworden sind."
Der Estering steht seit Jahren in der Kritik. Vor allem bei einigen wenigen Nachbarn. Eine vor Kurzem neugegründete Bürgerinitiative, die den Schutz des Estetals als Ziel verfolgt, hatte jetzt die Klage gegen die zwei Rennen eingereicht. Auch wenn die BI den Umweltschutz im Fokus hat, handelt es sich bei den Aktiven zum Teil um Anwohner, die die Rennstrecke seit vielen Jahren stilllegen wollen. Ein Gespräch mit dem WOCHENBLATT zur Klage hatte die BI abgelehnt.