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EU-Abgeordneter Tiemo Wölken (SPD) diskutiert mit Schülern: "Le Pen ist wie ein Eishauch"

Tiemo Wölken (SPD) ist ein überzeugter Europäer
Abgeordneter Tiemo Wölken diskutiert mit Schülern des Gymnasiums Süd über Europa

tk. Buxtehude. An den Lateinunterricht am Buxtehuder Gymnasium Süd hat Tiemo Wölken (31) schlechte Erinnerungen. "Das war nicht so mein Ding." Geschadet hat er dem ehemaligen Buxtehuder offenbar nicht. Denn der Jurist, der jetzt in Osnabrück lebt, sitzt seit einem halben Jahr als Nachrücker für die SPD im Europaparlament. Den Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen stand der überzeugte Europäer Rede und Antwort.
Wie er die Zusammenarbeit mit den rechten Parteien finde, lautete eine Frage. Mit den extremen Rechten, so Wölken, arbeite er nicht zusammen. "Die sitzen im EU-Parlament und wollen es abschaffen. Das passt nicht zusammen." Wenn er, was durchaus passiere, Marine Le Pen vom französischen "Front Nationale" in den Gängen des Parlaments treffe, "ist das wie ein Eishauch", meinte Wölken.
Die Frage nach den Folgen des Brexit konnte der Abgeordnete nicht beantworten. "Dazu bräuchte man eine Glaskugel." Alles sei Neuland. Wölken betonte, dass erst der Austritt und dann die nachfolgenden Regelungen verhandelt werden - auch wenn es die Briten gerne anders hätten. "Die EU würde sonst ein Druckmittel verlieren."
Ob er sich als Deutscher oder als EU-Bürger fühle?, war eine weitere Frage an den Neu-Parlamentarier. "Das ist ein Spagat", meinte Tiemo Wölken. Er sehe sich durchaus als Vertreter nicht nur deutscher, sondern vor allem auch niedersächsicher Interessen. "50 zu 50", meinte er schließlich.
Auch das Dauerstreitthema Türkei kam zur Sprache. Eindeutige Position von Wölken: Es sei richtig, die Beitrittsverhandlungen nicht abzubrechen, sondern sie ruhen zu lassen. Die Türken, die nicht für Erdogans Verfassungsreferendum gestimmt hätten, dürfe die EU nicht im Stich lassen. Gelder, die an Beitrittskandidaten fließen, würden nicht mehr an die Türkei gezahlt. "Vielleicht sollte man damit demokratische Kräfte unterstützen", so Wölken.Wenn die Türkei allerdings die Todesstraße einführe, sei Schluss. Dann werden die Verhandlungen auch offiziell beendet.