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Fahrradboxen in Buxtehude: Gut gedacht, aber schlecht geplant?

Passt nicht. Die Klingel müsste abgebaut werden (Foto: tk)
In die neuen Fahrradboxen passen nicht alle Räder rein

tk. Buxtehude. Die Idee ist wirklich gut: Für Fahrrad-Touristen in Buxtehude gibt es seit einigen Tagen mitten in der Altstadt abschließbare Boxen für ihre vollgepackten Drahtesel. Buxtehuder, die aufs Auto verzichten, können diese sicheren Stellplätze natürlich genauso nutzen. Aber: Die acht Boxen sind für viele Drahtesel zu klein. Ein WOCHENBLATT-Leser hat schon zwei Mal beobachtet, dass Räder nicht reinpassen. Sind die Boxen für rund 23.000 Euro ein teurer Schildbürgerstreich?


Das WOCHENBLATT ist mit einem normalen 28er-Herrenrad vorgefahren. Das passt in der Tat nicht in die Box. Die Klingel müsste abgebaut oder alternativ die Lenkstange tiefer geschraubt werden. Wer hat dazu aber Lust, wenn er seinen Drahtesel nur schnell parken will?

Der Leser hat beobachtet, dass zwei Touristen, deren Räder mit hohen Packtaschen ausgerüstet waren, schlecht gelaunt abgefahren sind. "Dabei waren das ganz normale Fahrräder." Beim WOCHENBLATT-Ortstermin fällt zudem auf: Die Türen der Boxen schlagen sofort zu, wenn man sie nicht festhält. Ein vollbepacktes Rad kann daher nur zu zweit geparkt werden. Einer hält die Tür fest, der andere schiebt das Fahrrad rein.

Was sagt die Stadt dazu? Die Boxen seien nach Rücksprache mit den Herstellern für handelsübliche Räder auch mit 28 Zoll-Reifen geeignet. "Sie sind sogar vom ADFC empfohlen worden", sagt Stadtsprecher Thomas Bücher. Auch Räder mit Satteltaschen sollten hineinpassen.

Die Entscheidung zur Anschaffung der Boxen gehe auf das Radverkehrskonzept zurück. Im Bereich "Zwischen den Bücken" und "Lange Straße" werden Räder kreuz und quer abgestellt. Daher hatte die Politik im Frühjahr beschlossen, die acht Boxen anzuschaffen. "Es sollen jetzt erste Erfahrungen gesammelt werden", so Bücher. Sollte sich herausstellen, dass die Boxen tatsächlich zu klein seien, werde das natürlich bei der Investition in weitere abschließbare Stellplätze berücksichtigt.

So gut gedacht das Boxen-Projekt auch ist, die Ausführung offenbart Mängel. Das erinnert an den Nutzlos-Steg für 70.000 Euro, der nicht passierbar war, weil sich die Menschen bei Hochwasser den Kopf an der Hafenbrücke gestoßen hätten. Damit hat es Buxtehude ins Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes geschafft.