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Flüchtlinge kommen schneller nach Buxtehude als geplant

Die Wohnungen am Melkerstieg werden derzeit saniert

tk. Buxtehude. Die Sanierung der vier Wohnungen am Melkerstieg für Asylbewerber läuft auf Hochtouren. Eile ist notwendig, denn Buxtehude wird die bereits ankündigte Zahl von Flüchtlingen schneller aufnehmen müssen als geplant. Weitere Unterkünfte werden gesucht.

Geplant war, dass Buxtehude bis Juni 2015 insgesamt 63 Menschen aufnimmt, Anfang August teilte die Landesaufnahmebehörde (LAB) mit, dass die Estestadt diese Zahl von Flüchtlingen bereits bis November 2015 wird aufnehmen müssen. Der Grund: Die Zahl der Menschen, die nach Deutschland kommen, habe sich vervierfacht.
Die Stadt muss sich also auf die sich nach weiterem Wohnraum begeben. Die Wohnungen am Melkerstieg reichen nicht aus. Und das Kontingent von Wohnungen, rund 80, auf die die Stadt Zugriff hat, kann den Bedarf ebenfalls nicht abdecken. Diese Wohnugen sind teilweise schon belegt.

Fündig wurde die Verwaltung in der Bebelstraße. Dort soll nach Auskunft der Stadtsprecherin Kerstin Geresser ein Mietvertrag unterschriftsreif sein. Noch im September wird es eine Infoveranstaltung für Anwohner geben. Mit dabei wird auch die "AG Willkommen" sein. Nachbarn sollen nicht vor vollendete Tatsachen gestellt, sondern mit einbezogen werden.

Die Kosten für Möbel und Miete, so Sprecherin Geresser, werden vom Landkreis übernommen. Die Politik sei kurzfristig über diesen Eilbeschluss der Verwaltung informiert worden. Ein formeller Beschluss der Gremien sei aufgrund der notwendigen Eile nicht möglich gewesen.

Schon jetzt ist absehbar, dass auch die Unterkünfte in der Bebelstraße und am Melkerstieg nicht unbedingt reichen werden. So forderte der Städte- und Gemeindebund kürzlich, dass ein staatliches Bauprogramm für Flüchtlingsunterkünfte notwendig werden könnte. Die Städte, Kreise und Gemeinden seien in zunehmenden Maß mit der Unterbringung von Asylbewerbern überfordert.

Das Innenministerium in Hannover geht davon aus, dass in diesem Jahr rund 15.000 Flüchtlinge nach Niedersachsen kommen. Das sind die offiziellen Zahlen, die der Verteilungsplan des Bundes vorsieht. Die tatsächliche Anzahl der Menschen wird vermutlich höher sein.

In Niedersachsen gibt es drei zentrale Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge. Dort leben zur Zeit rund 2,700 Menschen - und täglich kommen neue hinzu. Von dort werden die Flüchtlinge auf die Städte und Gemeinden verteilt.