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Formel für Jork: Aus eins mach zwei?

In Westerjork werden derzeit Lücken mit Mehrfamilienhäusern bebaut
bc. Jork. Der demografische Wandel erfordert ein Umdenken in deutschen Rathäusern. In nahezu allen Bereichen. „Es gibt einen bunten Blumenstrauß von Handlungsfeldern“, sagt Jorks Vize-Verwaltungschef Matthias Riel. Vor diesem Hintergrund wollen Politik und Verwaltung in Jork Schwerpunkte für ihre Arbeit in den kommenden Jahren bilden. Den Auftakt bildet Anfang September ein ratsoffener Workshop - der Startschuss für ein Demografie-Monitoring auf Gemeindeebene. „Wir müssen jetzt Handlungsfelder definieren. Im Herbst sollen die Themen dann öffentlich gemacht werden“, sagt Riel.
Dabei wird vor allem Wohnen ein großes Thema sein. Wo ist Platz für neue Baugebiete? Was ist mit den Folgekosten für die erforderliche Infrastruktur wie Schulen und Kita? Gibt es im Alten Land mit seinen Obstkulturen überhaupt Raum für neue Siedlungen? Wie möchte eine älter werdende Gesellschaft in Jork künftig leben? Riel: „Wir werden einen Abwägungsprozess einleiten müssen.“
Dass die Politik den Weg frei macht für große Neubaugebiete, wie sie es einst im Westfeld getan hat, ist nicht zu erwarten. Obstbauflächen sollen nicht weiter angeknabbert werden. Da bleibt in der Gemeinde kaum Spielraum, abgesehen von Überlegungen für kleinere Siedlungen, sofern verkaufswillige Landwirte auf die Gemeinde zukommen. Am Rande von Estebrügge/Königreich könnten sich Möglichkeiten auftun - alles aber noch nicht spruchreif.
Die Politik setzt vornehmlich auf Lückenbebauung - allerdings nicht so, wie es in Königreich mit den Schulenburg-Häusern gelaufen ist (das WOCHENBLATT berichtete). Da sind sich fast alle Ratsmitglieder einig: Diese Häuser seien zu mächtig, passen nicht in die Umgebung. Künftig will die Gemeinde bei solchen Bauanfragen mehr ein Auge darauf haben, entweder über die Aufstellung von Bebauungsplänen oder die Gestaltungssatzung.
Wie Nachverdichtung in Jork aussehen kann, ist derzeit gut in Westerjork zu beobachten, wo mehrere Mehrfamilienhäuser entstehen. „Wir brauchen ein moderates Wachstum“, sagt CDU-Fraktionschef Michael Eble.
Für junge Familien, die sich ihren Traum vom eigenen Häuschen im Grünen erfüllen wollen, könnte die Formel in Jork „aus eins mach zwei“ lauten. Bedeutet: In den 1970er Jahren haben Häuslebauer oft auf großen Grundstücken mit 1.200 Quadratmetern und mehr gebaut. Heutzutage geht der Trend zu kleineren Parzellen: 600 Quadratmeter sind Standard. Frei werdende Grundstücke könnten dann mit zwei Häusern statt mit einem bebaut werden. Peter Rolker, FDP-Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister, sagt dazu: „Für Jork halte ich das für eine vernünftige Variante.“