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Glosse: Anarcho-Parken lohnt sich in Buxtehude nicht mehr

Meine Rechnung, wie Gratis-Parken in Buxtehude funktioniert, geht nicht mehr auf
Mit der festen Absicht, in Buxtehude auf einem Bezahlparkplatz kein Ticket zu lösen, stelle ich mein Auto ab. Eine freundliche Dame schenkt mir sogar noch ihr gültiges Ticket mit 15 Minuten Restlaufzeit. Mehr als zwei Stunden bin ich unterwegs. Kein Knöllchen unterm Scheibenwischer, frohlocke ich beim Wegfahren.
Zwei Wochen später: Post von der Stadtverwaltung. 15 Euro Verwarngeld für meine Parksünde. Hinterhältige, perfide Abzocke, schimpfe ich und will umgehend den Kriegspfad beschreiten. Schließlich kam diese Rechnung ohne Vorwarnung.
Die Recherche ist ernüchternd: Ich hätte noch Glück gehabt, teilt mir die Pressestelle mit. Seit 1. April gelten neue Bußgeld-Tarife. Statt 5 Euro werden 10 fällig, bei längerem Parken ohne Ticket wird es sogar noch teurer. Schon 30 ticketlose Minuten können 15 Euro kosten.
Und was ist mit dem fehlenden Knöllchen? Völlig egal - die Post mit dem Verwarngeld konnte mich schließlich nur erreichen, weil die Daten mit Kennzeichen, Zeit, Datum und dem üblen Vergehen korrekt aufgenommen wurden.
Ich kämpfe mit dem Wunsch nach Totalverweigerung - und fülle doch zähneknirschend den Überweisungsvordruck aus. Was mich aber richtig wütend macht: Meine jahrelang erprobte Strategie - Parken ohne Ticket kommt immer billiger, wenn man jedes 5 Euro-Knöllchen pünktlich bezahlt - geht nicht mehr auf.
Angesichts dieser hinterhältigen und vor allem wirkungsvollen Attacke auf meine Anarcho-Parkerei muss ich mir eine neue Strategie überlegen. Ich gebe aber zu: Zur Zeit bin ich noch völlig ratlos. Ich habe aber Fantasie!
Tom Kreib