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Glosse: Mit dem "Handelsblatt" zur Bikini-Figur - das ist unsere neue Medienlandschaft

(Foto: Rainer Sturm/pixelio)
Die Radiofrequenz 107,9 MHz im Kabelnetz sollten sich alle Politik-Interessierten Menschen in Deutschland merken: Auf dieser Welle funkt nämlich das Stadtradio "Radio Leipzig". Wer Polit-News lieber gedruckt konsumiert, sollte zur Frauenzeitschrift "Brigitte" greifen.
Sie finden diese Aussagen irritierend? Wir müssen uns mit einer völlig neuen Medienwelt auseinandersetzen. Dem NSU-Prozess vor dem Landgericht München sei es gedankt. Die Presseplätze wurden verlost. Das Ergebnis führt in eine veränderte und neue Medienlandschaft: "FAZ", "taz", "Handelsblatt" "Süddeutsche" und "Zeit" bleiben beim Prozess draußen. Dafür ist "Ebru TV" drinnen. Nach eigenem Bekunden ein "inspirierendes Vollprogramm". Wichtiger Technik-Tipp: Kabelkunden von NetCologne sowie Wilhelm.tel können "Ebru" im digitalen Kabelnetz anschauen.
Also Schluss mit liebgewordenen Polit-Medien. Wir orientieren uns neu. Die "Brigitte"-Macher haben reagiert: Online finden wir als Top-Story zwischen "Joggen oder Walken" und "Welcher Aufräumtyp sind Sie?" die knallharte NSU-Geschichte: "Die Wut halte ich locker aus" - eine Geschichte über Beate Zschäpes Anwältin Anja Sturm. Wir erfahren: Die Juristin kommt mit Rollkoffer, trägt hochhackige Schuhe zum schwarzen Designer-Kostüm und hat knallrot geschminkte Lippen. Das ist endlich Mal frischer Wind bei ernsthaften Themen.
Ich hoffe, als komplett neu-orientierter Medienkonsument, dass die Leerausgegangenen jetzt reagieren: Ich will im "Handelsblatt" und der "taz" endlich Geschichten wie diese lesen: In 14 Tagen zur Bikinifigur oder "Hilfe, ich liebe einen verheirateten Mann".
Tom Kreib