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Grünes Licht für Bauvoranfrage in Jork-Wisch

Werner Behr vor seiner maroden Immobilie. Er will sein Anwesen verkaufen
bc. Jork-Wisch. Obwohl die Politik für die heruntergekommene Hofstelle am Burweg in Jork-Wisch Ende 2016 einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan getroffen haben, hat der Bauausschuss der Gemeinde jetzt sein gemeindliches Einvernehmen für die Bauvoranfrage mehrheitlich erteilt - gegen die Stimmen von Grünen und FDP. Für die meisten Ausschussmitglieder stellte sich die Ausgangslage anders dar als noch im Vorjahr. Diesmal sei das Vorhaben genehmigungsfähig.
Grünen-Ratsherr Harm-Paul Schorpp und FDP-Mann Peter Rolker befürchten Konflikte mit der Nachbarschaft, wenn sich in dem Bereich „die Einwohnerzahl verdoppelt“. Dass Anwohner wenig begeistert von den Plänen sind, demonstrierten sie abermals lautstark bei der Sitzung des Bauausschusses.
Wie berichtet, hatte im Sommer 2016 ein Investor eine Voranfrage für den Bau von 13 Wohneinheiten am Burweg in Wisch gestellt: sechs in einem heruntergekommenen, denkmalgeschützten Hof-Gebäude, vier in zwei Scheunen sowie drei weitere Wohnungen in einem neuen Reihenhaus. Hinzu kamen rund 20 Stellplätze, die damals im Außenbereich eingezeichnet waren.
Anwohner gingen auf die Barrikaden, weil sich ihrer Meinung nach das Vorhaben nicht in die Umgebung einpasst. Zur Erklärung: Für das Gebiet existiert kein Bebauungsplan. In dem Fall sagt das Baugesetzbuch, dass sich ein Vorhaben von der Art und Größe in die Umgebung einfügen muss. Auch der Landkreis hatte seine Bedenken, was die Stellplätze angeht. Daraufhin entschieden die Jorker Politiker ihr zuvor bereits erteiltes Einvernehmen wieder zurückzuziehen, um ein B-Plan-Verfahren einzuleiten. Jetzt also nach der Rolle rückwärts wieder die Rolle vorwärts. Warum?
Weil Architekt Thorge Evers nach Absprache mit Landkreis und Denkmalschutz-Behörde umgeplant hat. Statt der angedachten 13 Wohneinheiten sind es nun noch zwölf: vier in dem eigentlichen Baudenkmal, drei in einer früheren Kühlhalle und fünf in einem neuen Mehrfamilienhaus. Das Reihenhaus ist passé. „Das neue Haus wird kein Glaspalast“, betont Evers. Zudem liegen die Parkplätze nicht mehr im Außenbereich, so dass dieser von der aktuellen Planung nicht betroffen wäre.
Auf Vorschlag des SPD-Fraktionsvorsitzenden Ernst Tilsner entschieden die Ausschuss-Mitglieder, dass über einen möglichen B-Plan dann noch diskutiert werden kann, sofern der Bauantrag vorliegt. Die 9.000 Quadratmeter große Parzelle in Wisch liegt mitten im Obstanbaugebiet, davon sind 4.000 Quadratmeter bebautes Land, 5.000 Quadratmeter liegen im Außenbereich.