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Grundschule in Jork: "Bitte bloß kein Groschengrab"

Kann die Grundschule am Westerminnerweg künftig noch alle Anforderungen, was Raumstruktur und -bedarf angehen, an eine moderne Schule erfüllen?
bc. Jork. Die Diskussion um die Zukunft der Schullandschaft in der Gemeinde Jork ist eröffnet. Im Gemeinderat am kommenden Mittwoch, 28. Februar, (19 Uhr, Schulzentrum) werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Demografische Entwicklung (das WOCHENBLATT berichtete) erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ratsversammlung soll dann daraus resultierende Handlungsfelder beschließen.
Es geht angesichts wachsender Schülerzahlen vor allem um die spannende Frage der Zukunft der Grundschule am Westerminnerweg. Soll weiter in das alte, charmante Schulgebäude investiert werden? Oder ist vielleicht sogar eine komplette Neu-Entwicklung des Schulstandortes inklusive der dringend benötigten Sporthalle am sinnvollsten? Bekanntlich müssen die Kinder noch immer in der alten Festhalle in der Ortsmitte Sport machen.
In der Beschlussempfehlung für die Ratsmitglieder heißt es dazu im typischen Amtsdeutsch: „Es wird das Ziel verfolgt, in eine strategische Schulentwicklungsplanung einzusteigen.“ Im Mittelpunkt stünden Entwicklungsbedürfnisse und -möglichkeiten der Grundschule. Eine Ist-Analyse soll ein Konzept stützen. Ganztagsangebote werden angestrebt.
Für Schulleiter Heinrich Lücken ist das Ansinnen von Politik und Verwaltung Wasser auf die Mühlen. Seit Jahren weist er regelmäßig auf die prekäre Situation an seiner Schule hin. Natürlich sei er Fan des schmucken Gebäudes, so Lücken. Aber die Anforderungen, die der Gesetzgeber an eine moderne Schule stelle, seien am Westerminnerweg nur schwer umzusetzen. Schon jetzt herrsche akute Raumnot.
Im Zuge der Inklusion fehlen Differenzierungsräume, offene Unterrichtsformen seien problematisch. Für die Gruppenarbeit fehle Platz. Sofern die Ganztagsschule eingeführt werde, nehme der Raummangel weiter zu. „So charmant das Gebäude auch ist, es erfüllt in vielen Teilen nicht mehr heutige Anforderungen“, sagt Heinrich Lücken. Auch die jahrzehntealte Heizungsanlage müsste dringend erneuert werden. Wie berichtet, startet jetzt zunächst einmal die Elektrosanierung. Allein dafür sollen mehrere Hunderttausend Euro ausgegeben werden.
Lücken warnt vor Stückwerk. Die Schule dürfe kein „Groschengrab“ werden. Eine ausführliche Analyse eines Gutachters sei jetzt genau das Richtige, so Lücken: „Letztlich ist es ein ganz einfaches Rechenexempel, ob sich ein Neubau eher rechnet als Umbauten und ständige Sanierungen.“