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Harsefeld: Ziehen Ärzte in den "alten" Aldi?

Wird möglicherweise zu einem Ärztezentrum ausgebaut: der Aldi-Markt am Hohenfelde (Foto: jd)
Gemeinde plant "Medizinisches Versorgungszentrum"

jd. Harsefeld. Allen Gerüchten zum Trotz: Die Planungen für die Schaffung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in Harsefeld stehen noch ganz am Anfang. Bereits im Januar hatte das WOCHENBLATT über das Vorhaben berichtet, die Ärzteversorgung in Harsefeld zu verbessern, indem ein zentrales Ärztehaus eingerichtet wird. Schon damals erklärte Rathauschef Rainer Schlichtmann, dass das Thema ärztliche Versorgung "hohe Dringlichkeit" auf seiner Agenda für 2017 habe. Nun hat die Gemeinde einen konkreten Standort ins Auge gefasst: Laut Schlichtmann wird geprüft, ob sich das Gebäude des Aldi-Marktes am Hohenfelde für die Einrichtung eines MVZ eignet. Aldi zieht bekanntlich in den Neubau am Rewe-Markt am Paschberg um, wo am Donnerstag, 4. Mai, Neueröffnung gefeiert wird. Doch der Gemeindedirektor stellt klar: "Es ist hinsichtlich der MVZ noch nichts in trockenen Tüchern."
Nach Angaben von Schlichtmann ist zunächst ein Experte beauftragt worden. Der soll die Bausubstanz untersuchen und prüfen, ob sich der alte Aldi-Markt aus statischer Sicht überhaupt eignet, dort rund fünf Arztpraxen nebst Apotheke einzurichten. Außerdem wird die "Ärztegenossenschaft Nord" mit Sitz in Bad Segeberg das gesamte Vorhaben aus betriebswirtschaftlicher Sicht unter die Lupe nehmen. Die Einrichtung hat bundesweit mit dem sogenannten "Büsumer Modell" für Furore gesorgt: In Büsum verwaltet die Genossenschaft ein MVZ, das über eine gemeinnützige GmbH zu 100 Prozent der Gemeinde gehört.
Das Modell könnte auch für Harsefeld als Vorbild dienen. Doch in dieser Hinsicht will Schlichtmann sich nicht festlegen: Es sei nach wie vor völlig offen, wer Bauherr und Betreiber sein werde. Sowohl die Kommune als auch ein privater Investor kämen in Frage. Denkbar ist auch ein Modell, nach dem die dort praktizierenden Ärzte nicht wie in Büsum angestellt sind, sondern eine Praxisgemeinschaft in Eigenregie betreiben. Im Januar erklärte Schlichtmann, dass die Gemeinde wohl eher nicht als Träger für ein MVZ fungieren werde.
Zwar laufen bereits Verkaufsverhandlungen mit Aldi, doch die Gemeinde wird Grundstück und Gebäude erst erwerben, wenn die Gutachten eingeholt sind und positiv ausfallen. Ein anderer zunächst ins Auge gefasster Standort ist aber endgültig verworfen worden: Bislang war immer ein Grundstück an der Buxtehuder Straße neben der Kieferorthopädie-Praxis im Gespräch. "Diese Fläche hat sich als zu klein erwiesen, besonders in Hinblick auf die Parkplätze", sagt Schlichtmann.