Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

IG Este kritisiert Grünen-Abgeordnete in Hannover

IG-Sprecher Rainer Podbielski
bc. Estebrügge. Deutliche Kritik übt die Interessengemeinschaft (IG) Este in einem offenen Brief an den Grünen-Abgeordneten im Landtag. Nach Darstellung der IG verhindere das von Minister Stefan Wenzel (Grüne) geführte Umweltministerium einen ganzheitlichen Hochwasserschutz an Este und Lühe.

Im Fokus der Kritik steht das Niedersächsische Deichgesetz (NDG), das die Deiche der Nebenflüsse Este und Lühe den Hauptdeichen an Elbe und Nordsee gleichstellt. Laut NDG gilt: Kein Haus und kein Baum dürfe vor, auf und 50 Meter hinter dem Deich stehen.

In dem Offenen Brief heißt es, dass es völlig offen sei wann und unter welchen Bedingungen Ausnahmen erteilt werden könnten. Die Bewohner seien bei baulichen Veränderungen willkürlichen Entscheidungen der Behörden und Deichverbände ausgeliefert.

Damit hätten die Jahrhunderte alten Dörfer im Alten Land keine Daseinsberechtigung mehr. Bei Starkregen und gleichzeitiger Schließung der Sperrwerke sollen die Flächen zwischen den Deichen als Polder genutzt werden, egal, ob Keller und Wohnzimmer überflutet werden. „Man geht vom Gesetz aus und nicht von der Lebenssituation der Menschen“, lautet eine Passage in dem Papier.

Die Hoffnung, das zuständige Umweltministerium werde sich nach dem Regierungswechsel um die Gesetzeslage kümmern, habe sich zerschlagen, kritisiert die IG - obwohl die Grünen seit Jahren den ganzheitlichen Hochwasserschutz predigen. Der würde bedeuten: Starkregen muss im Oberlauf des Flusses in der Fläche zurückgehalten werden, um Überschwemmungen im Unterlauf zu verhindern.

Die IG appelliert an die Parlamentarier von Bündnis 90/Die Grünen, sich endlich für eine Novellierung des Deichgesetzes einzusetzen.