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Irrsinn auf dem Arbeitsmarkt: Meistertitel als Hemmschuh

Die beiden Ü50-Fachkräfte haben unzählige Bewerbungen geschrieben (Foto: tk)
Ü50 und überqualifiziert: Handwerksmeister findet Job, als er Titel verschweigt

tk. Landkreis. Er ist kein Einzelfall: Klaus Silbersiepe ist eine hochqualifizierte Fachkraft, die trotz Fachkräftemangels keinen Job findet. Der Grund: Mit 57 ist er vielen Arbeitgebern zu alt. Es geht sogar noch irrwitziger: Ein über 50-jähriger Handwerksmeister findet ebenfalls keine Beschäftigung. Erst als er seinen Meistertitel verschweigt, findet er eine neue Anstellung.
Namen und Beruf des WOCHENBLATT-Lesers aus dem Kreis Stade muss die Redaktion verschweigen. Er würde sonst unweigerlich seine Arbeit verlieren. 60 Bewerbungen hat der Mann geschrieben. Er hätte auch außerhalb seines erlernten Handwerkberufs gearbeitet. Wenn es zu einem Gespräch kam fiel sehr schnell die Bemerkung "Sie sind Meister und damit überqualifiziert". Das war es dann.
Vom Arbeitsamt bekam der Mann die Adressen von Zeitarbeitsfirmen. Dort wurde ihm bei vier Gesprächen gleich signalisiert: Mit Meistertitel überqualifiziert. "Dahinter stand vermutlich auch die Überlegung: zu teuer", so der Handwerker, "das Alter kam als Hindernis noch hinzu".
Seine Idee nach vielen erfolglosen Bewerbungen: "Ich verschweige meinen Meistertitel". Die Suche nach einem neuen Job war daraufhin schnell erfolgreich. "Dass ich noch einmal als Meister arbeiten werde, glaube ich nicht", sagt der Mann. Er ist froh überhaupt einen Job zu haben und sein Gehalt sei auch in Ordnung.
Nach dem WOCHENBLATT-Artikel hat Klaus Silbersiepe ein Jobangebot bekommen - als Technischer Zeichener.

Den Artikel über Klaus Silbersiepe als 57-jährige Fachkraft auf Jobsuche lesen Sie hier